Seit 2023

Uruguay erreicht mit annähernd 100 Prozent erneuerbarer Energie in seinem Energiesystem die zweite Phase der Energiewende

  • Deutschland und Uruguay fördern die Dekarbonisierung nicht nur im Stromsektor, sondern insbesondere auch im Verkehrswesen, in der Industrie und bei der Wärmeversorgung.
  • Durch die Zusammenarbeit mit Deutschland werden die Systemflexibilität, der Speicherausbau und die Digitalisierung in einem Energiesystem mit annähernd 100 Prozent erneuerbarer Energie unterstützt.
  • Die gemeinsame Arbeit in Bezug auf die politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen sowie die Finanzierungsinstrumente ermöglicht die nächste Phase der Energiewende.
Energiesicherheit
Dekarbonisierung
Außenwirtschaftsförderung

Uruguay durchläuft seit 2008 eine strukturelle Transformation, der eine kohärente und klar umrissene Strategie zugrunde liegt. Seit Kurzem deckt das Land etwa 98 Prozent seines Strombedarfs aus erneuerbaren Quellen wie Wasserkraft, Wind und Biomasse. Mit ihrem Ausbauplan für den Zeitraum 2024 bis 2043 stellte sich die Regierung frühzeitig auf den steigenden Bedarf infolge der Sektorkopplung und der Entwicklung der Wasserstoffwirtschaft ein. Der koordinierte Ausbau der Windenergie und der Photovoltaik (PV) trägt gemeinsam mit modernen Speichertechnologien und dem nationalen Energieeffizienzplan für den Zeitraum 2025 bis 2035 dazu bei, sowohl die Wettbewerbsfähigkeit Uruguays als auch seine Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

Grüner Wasserstoff und seine Derivate

Uruguay nutzt seinen Überschuss an grünem Strom für den Aufbau einer Exportwirtschaft, in deren Mittelpunkt grünes Ammoniak steht. Die Deutsch-Uruguayische Energiepartnerschaft unterstützte diesen Prozess durch einen regelmäßigen Dialog zwischen politischen Entscheidungsträger*innen, Fachbehörden und der Industrie, dessen Schwerpunkt auf den folgenden Themen lag:

  • sichere Produktions- und Transportbedingungen gewährleisten

  • internationale Nachhaltigkeits- und Zertifizierungsstandards festlegen

  • den Anforderungen an Häfen und Logistik für den Export entsprechen

  • geeignete regulatorische Rahmenbedingungen schaffen, um Anreize für Investitionen zu setzen

Parallel dazu wurde 2025 eine umfassende Studie über die Kompetenzentwicklung entlang der gesamten Wertschöpfungskette für Wasserstoff veröffentlicht.

Energieeffizienz und nachhaltige Mobilität

Die Deutsch-Uruguayische Energiepartnerschaft unterstützte das uruguayische Ministerium für Industrie, Energie und Bergbau bei der Verbesserung der Energieeffizienz und der Integration der Energiesysteme.

Im Bereich der Sektorkopplung trug die Beratungsarbeit erfolgreich zur netzdienlichen Integration der Elektromobilität in das bestehende Netz bei.

Um die Effizienz zu steigern, wurden sowohl für die Industrie als auch für den Gebäudesektor wirtschaftliche Anreizregelungen eingeführt.

Während einer Studienreise nach Berlin, deren Schwerpunkt auf der Energieeffizienz von Gebäuden lag, fand auch ein unmittelbarer Austausch über deutsche Finanzierungsinstrumente und Regulierungsstandards statt.

Im Namen des uruguayischen Ministeriums für Industrie, Energie und Bergbau danken wir der deutschen Regierung sehr herzlich für ihre Unterstützung im Rahmen der Energiepartnerschaft, die es uns ermöglicht hat, an dem Präsenz-Fachseminar zur Energieeffizienz von Gebäuden in Berlin teilzunehmen. Die Inhalte des Seminars, an dem drei Fachkräfte aus unserem Land teilnahmen, wurden gemeinsam auf der Grundlage unserer spezifischen Bedürfnisse und Prioritäten erarbeitet.

Dieses Seminar macht deutlich, wie wichtig dieses Thema für Uruguay ist, insbesondere mit Blick auf unseren zweiten nationalen Energieeffizienzplan für den Zeitraum 2025 bis 2035, und legt den Grundstein für die fortgesetzte Zusammenarbeit unserer beiden Länder bei der Schaffung eines tragfähigen regulatorischen Rahmens und eines soliden Marktes für energieeffiziente Gebäude zum Wohle unserer Bürgerinnen und Bürger.
Chem. Ing. Arianna Spinelli
Nationale Direktorin für Energie beim Ministerium für Industrie, Energie und Bergbau

Auf einen Blick

1. Was haben die Partnerschaftsaktivitäten konkret bewirkt?

Die Partnerschaft stärkte die institutionellen und fachlichen Kapazitäten Uruguays, um die Energiesicherheit in seinem nahezu ausschließlich auf erneuerbaren Energien basierenden Energiesystem zu gewährleisten. Zugleich wurden deutsche Unternehmen strategisch als Technologiepartner positioniert, insbesondere im Bereich der Systemresilienz.

Angesichts des steigenden Bedarfs stand Uruguay vor der Herausforderung, sein auf erneuerbaren Energien basierendes Energiesystem weiter auszubauen. Ziel war es, Versorgungssicherheit und Systemstabilität zu gewährleisten, die Dekarbonisierung der Industrie und des Verkehrswesens durch Elektrifizierung sowie Wasserstoff und seine Derivate voranzutreiben, zuverlässige Investitionsbedingungen zu schaffen und den internationalen Klima- und Handelsanforderungen gerecht zu werden.

Die Umsetzung dieser ehrgeizigen Energieziele war mit erheblichen technischen Herausforderungen verbunden. Hierzu zählten auch die zunehmende Komplexität des Energiesystems und der Mangel an spezialisierten Fachkräften. Eine Studie über die Kompetenzentwicklung entlang der Wertschöpfungskette für Wasserstoff, die im Rahmen der Energiepartnerschaft erarbeitet wurde, analysierte den künftigen Bedarf an fachlichen Qualifikationen und formulierte konkrete Empfehlungen für Bildungs- und Qualifizierungsprogramme.

Ein wichtiger Beitrag der Deutsch-Uruguayischen Energiepartnerschaft zu diesen übergeordneten Zielen war die Schulung zur Energieeffizienz in Berlin.

Die Energiesicherheit wurde weiter verbessert, indem die institutionellen Kapazitäten für die Entwicklung und Umsetzung von politischen Maßnahmen und Instrumenten zur Förderung der Energieeffizienz gestärkt wurden. Indem sie den Schwerpunkt auf das Lastmanagement, Energieeinsparungen und die langfristige Senkung der Energieintensität legte, stärkte die Energiepartnerschaft vor dem Hintergrund des steigenden Strombedarfs die Bedeutung der Energieeffizienz als zentrale Säule der Versorgungssicherheit.

Sie unterstützte die Dekarbonisierungsbemühungen durch den Austausch von Best Practices für Effizienzstandards, Regulierungsinstrumente und Finanzierungsmechanismen und trug damit dazu bei, dass in zahlreichen Sektoren die Emissionen gesenkt wurden.

Sie stärkte die Außenwirtschaft und die Wettbewerbsfähigkeit indirekt durch den Transfer fachlicher und regulatorischer Expertise, die den internationalen Best Practices entsprach, und unterstützte damit die Schaffung eines modernen und investitionsfreundlichen energiepolitischen Rahmens.

Für 2026 sind mehrere Aktivitäten geplant.

  • Es ist ein fachlicher Austausch zwischen Expert*innen aus der Privatwirtschaft und dem öffentlichen Sektor beider Länder vorgesehen.
  • Darüber hinaus soll bei der Umsetzung des nationalen Energieeffizienzplans fachliche Beratung geleistet werden.
  • Zudem ist das dritte Treffen des Lokalen Wirtschaftsrates geplant.

Das Jahr in Bildern

Kontakt

Daina Neddemeyer
Head of Secretariat 
Daina Neddemeyer
In vertrauensvoller, partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit dem
Ministry of Industry, Energy and Mining

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