Liebe Leserinnen und Leser,
eine erfolgreiche Energiepolitik erfordert vertrauensvolle Zusammenarbeit über nationale Grenzen hinweg. Seien es Energieinnovationen, sei es das gemeinsame Interesse an sicheren und verlässlichen Energielieferbeziehungen, seien es Unternehmenskooperationen – Deutschland baut auf den vertrauensvollen Dialog mit seinen Partnerländern.
Als Grundpfeiler für Wirtschaft, Gesellschaft und Wachstum spielte eine sichere und resiliente Energieversorgung auch 2025 eine entscheidende Rolle. So unterstützte unter anderem die deutsch-kanadische Partnerschaft den Aufbau einer transatlantischen Wasserstoffbrücke. Sie stärkt die Energieversorgungssicherheit in Deutschland und trägt zugleich zur Erschließung neuer Märkte bei. Im Rahmen der deutsch-israelischen Partnerschaft erörterten Expertinnen und Experten beider Seiten, wie das Stromsystem besser gegen Cyberbedrohungen geschützt werden kann sowie den Aufbau von Gasspeicheranlagen als Beitrag zur Flexibilisierung des Energiesystems. Zur Unterstützung der Ukraine haben wir im Rahmen der Energiepartnerschaft eine Task Force ins Leben gerufen.
Die Energiepartnerschaften zeigen, was geteilte Verantwortung und gemeinsame Werte bewirken. Nachhaltige Energieversorgung wird so zu einer globalen Gemeinschaftsaufgabe und einer wirtschaftlichen Erfolgsgeschichte. Dieser Jahresbericht gibt Einblicke in die konkreten Ansätze und Aktivitäten in den Partnerländern. Er lädt zu einer abwechslungsreichen und interaktiven Reise durch die vielfältigen Erfolge der bilateralen Zusammenarbeit ein.
Ich wünsche Ihnen viel Freude bei der Lektüre unseres Jahresberichtes.
Verlässliche und erschwingliche Energie ist die Grundlage für Resilienz und Wachstum. In enger Zusammenarbeit mit unseren Partnern schaffen wir eine nachhaltige Energiezukunft.
Dr. Cyril Stephanos, unabhängiger Wissenschaftler an der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften, stellt uns das Thema Energiesicherheit vor.
„Eine sichere und zuverlässige Energieversorgung ist nicht nur für Deutschland eine Priorität. Auch die Partnerländer Deutschlands müssen geopolitische Risiken und unsichere Lieferketten navigieren und ihre Energieversorgung sicherstellen. Deshalb fokussieren sich die Partnerschaften darauf, die Energiesysteme sowohl in Deutschland als auch bei unseren Partnern zu stärken und die Energiegewinnung zu diversifizieren. Hier gilt: Mehr Partnerschaften bedeuten geringere Abhängigkeit. Denn nur wenn Energie aus vielfältigen Quellen gewonnen wird, ist die Versorgung wirklich resilient.“
Diese Partnerschaften basieren auf langjährigem Vertrauen und einer erfolgreichen Zusammenarbeit. Sie verbessern die Zusammenarbeit beim Klimaschutz, beschleunigen den Ausbau erneuerbarer Energien sowie die Steigerung der Energieeffizienz und unterstützen die Partner bei der Realisierung ihrer Klimaziele.
Energiesicherheit ist globale Teamarbeit.
Erneuerbare Energie ist unser gemeinsames Anliegen.
Klimafreundliche Innovationen treiben nachhaltiges Wachstum voran.
Im Jahr 2025 feierte die Deutsch-Algerische Partnerschaft zehn Jahre Zusammenarbeit.
Im Rahmen der Partnerschaft kamen beim Australia-EU Hydrogen Supply Chain Forum (australisch-europäisches Forum zur Wasserstofflieferkette) in Perth mehr als 200 Teilnehmende aus Australien und der Europäischen Union zusammen.
Um den regulatorischen, technischen und sozialen Rahmen und die Durchführung vor Ort zu unterstützen, wurde ein Policy-Brief-Handbuch zur Agri-Photovoltaik – einer Kombination aus Landwirtschaft und Energieerzeugung – veröffentlicht.
Vertiefte Schulungen zu den Wertschöpfungsketten für PtX-Wasserstoff zur Herstellung von strombasiertem nachhaltigen Flugkraftstoff (electro-sustainable aviation fuel, e-SAF) und Gründung des äthiopischen Wasserstoffverbands (Ethiopian Hydrogen Association, EHA).
Ein besonderes Highlight war der gemeinsame deutsche Pavillon auf der Windenergy India, einer der maßgeblichen Konferenzen Indiens zum Thema Windenergie. Mehr als 15 deutsche Unternehmen nahmen an einem Business-to-Government-Rundtischgespräch teil.
Der Besuch der Ministerin in Israel und die gemeinsame Unterzeichnung des Arbeitsprogramms für das Jahr 2026 mit ihrem israelischen Amtskollegen Eli Cohen, Minister für Energie und Infrastruktur, stärken die bilateralen Beziehungen und bringen das Engagement beider Länder für die Energiepartnerschaft zum Ausdruck.
Geothermie wurde als neuer Bereich der Energiepartnerschaft ausgewiesen. In diesem Zusammenhang wurde eine vergleichende Studie veröffentlicht. Zudem fanden ein Expertenworkshop und ein Austausch auf Regierungsebene statt.
Workshop zum Thema „Challenges and Opportunities“ (Herausforderungen und Chancen): Zusammenarbeit zwischen jordanischen Ministerien, Behörden, internationalen Stakeholdern und der Privatwirtschaft bei der Entwicklung eines Fahrplans für einen resilienten und kohlenstoffarmen Gebäudesektor in Jordanien.
Die Aktivitäten des Energiedialogs zur Dekarbonisierung des Gebäudesektors veranlassten den Stadtrat von Astana, einen eigenen Modernisierungsplan zu erarbeiten.
Im November 2025 betonte Ministerin Katherina Reiche bei ihrem Besuch in Doha gemeinsam mit Minister Al Kaabi das Potenzial für eine Vertiefung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit in den Bereichen Energie und Flüssigerdgas.
Der Besuch von Ministerin Katherina Reiche in Riad und Djidda sowie die Unterzeichnung eines Memorandum of Understanding über eine bessere Zusammenarbeit in Energiefragen stärken die bilateralen Beziehungen und den Energiedialog.
Ein Highlight war die Stärkung der Zusammenarbeit durch die Einrichtung des Deutsch-Thailändischen Energiedialogs.
Der hochrangige Deutsch-Tunesische Energietag war einer der Höhepunkte des Jahres 2025 und unterstrich die Entschlossenheit beider Länder, ihre Partnerschaft weiter zu vertiefen.
Die Studienreise nach Izmir (Türkei) führte Expertise über Geothermie und Fernwärme zusammen, ermöglichte einen praktischen Austausch sowie neue Partnerschaften und förderte die laufende Zusammenarbeit in Bezug auf Lösungen für eine kohlenstoffarme Wärmeversorgung.
Besuch von Katherina Reiche beim Energieforum, bei dem mehr als 160 Regierungs- und Wirtschaftsvertreter*innen über Optionen sprachen, um dem durch Rechenzentren bedingten Anstieg des Energiebedarfs zu begegnen und die Energieinfrastruktur zu stärken.
Die Spendenkampagne für den ukrainischen Energiesektor hatte eine erhebliche Stärkung der Energieresilienz des Landes zur Folge. Dank der Lieferung von mehr als 34.000 kritischen energierelevanten Gütern wurde seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges die Strom- und Wärmeversorgung für etwa 1,4 Millionen Menschen in der Ukraine wiederhergestellt.
Studienreise nach Berlin zur Energieeffizienz von Gebäuden mit Gesprächen über Finanzierungsinstrumente und Regulierungsstandards.
Die beiden Delegationsbesuche und die Handelsmissionen aus den USA nach Deutschland zielten darauf ab, auf beiden Seiten des Atlantiks neue Geschäftskontakte zu knüpfen.
Eröffnung des deutsch-usbekischen Ausbildungszentrums für Energieeffizienz und erneuerbare Energie. Es dient als wichtiges Drehkreuz für die Entwicklung grüner Fähigkeiten und unterstützt die Energiewende in Usbekistan durch den Aufbau von Fachkompetenzen.
Einer der Höhepunkte war die Überführung des Energiedialogs in eine Energiepartnerschaft, um private Investitionen in ein nachhaltiges, erschwingliches und resilientes Energiesystem anzukurbeln.