Seit 2019
Energiesicherheit, Reformen und Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft
- Deutschland und Chile arbeiteten gemeinsam an (klima-)resilienteren Infrastrukturen.
- Es wurden Business-to-Government-Formate zu den Themen technologische Innovation für flexiblere und digitale Netzsysteme, Speicherlösungen, dezentrale Stromerzeugung und integrierte Photovoltaik eingerichtet.
- Die gesellschaftliche Akzeptanz wurde durch das Aufzeigen gemeinsamer Vorteile verbessert.
Energiesicherheit
Dekarbonisierung
Außenwirtschaftsförderung
Bis 2025 hatte die Deutsch-Chilenische Energiepartnerschaft einen erheblichen Beitrag zu den energiepolitischen Zielen Chiles geleistet, indem sie innovative Lösungen in den Bereichen Energiesicherheit, langfristige Energieplanung, Klimaschutz und wirtschaftliche Entwicklung bereitstellte.
Chiles Landwirt*innen haben mit den Auswirkungen des Klimawandels zu kämpfen.
Agri-Photovoltaik (Agri-PV) kombiniert Landwirtschaft mit Energieerzeugung und bietet Lösungen für zwei Herausforderungen: Sie verbessert die Ernährungssicherung und wirkt der Landflucht entgegen. Um die Skalierung dieser innovativen Technologie zu beschleunigen, erarbeitete die Energiepartnerschaft einen Policy Brief und ein Handbuch. Diese schaffen Klarheit über die regulatorischen, technischen und sozialen Bedingungen und unterstützen damit die praktische Durchführung.
Die ersten erfolgreichen Projektanträge bei der Bewässerungskommission machten deutlich, dass das Interesse an Agri-Photovoltaik wächst. Darüber hinaus profitierten lokale Stakeholder vom internationalen Austausch. Bei Veranstaltungen wie der Energiewoche der Lateinamerikanisch-Karibischen Energieorganisation (Organización Latinoamericana y Caribeña de Energía, OLACDE) hatten sie Gelegenheit, aus europäischen Erfahrungen zu lernen.
Governance, Regularien und Marktmechanismen
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der sozialverträglichen und investitionsfreundlichen Umsetzung der Energiewende. Drei Studien und Analysen boten eine fundierte Basis für die Entscheidungsfindung. Sie untersuchten Governance-Modelle für die finanzielle Beteiligung lokaler Behörden, flexible Stromtarife durch die Einführung intelligenter Stromzähler und Indikatoren der Klimaresilienz.
Intensivierung des politischen Dialogs
Um den politischen Dialog zu intensivieren, wurden Business-to-Government-Fachveranstaltungen zu zentralen Themen wie dem Recycling von Energieanlagen, der Nutzung von Biomasse und der Energieeffizienz in der Industrie organisiert. Der Workshop zum CO2-Grenzausgleichssystem (Carbon Border Adjustment Mechanism, CBAM) bot chilenischen Einrichtungen die Gelegenheit, sich aufbauend auf europäischem Fachwissen mit internationalen Vorschriften vertraut zu machen.
Ein weiteres Highlight war das dritte internationale Seminar zur Cybersicherheit kritischer Strominfrastruktur (Third International Seminar on Cybersecurity of Critical Electrical Infrastructure), an dem Expert*innen der Bundesnetzagentur und von 50Herz teilnahmen. Gespräche über die Sicherheit der Informationstechnologie (IT) und der Betriebstechnologie (Operational Technology, OT) in Krisensituationen, die Netzresilienz und die regulatorischen Rahmen stärkten die Versorgungssicherheit und eröffneten konkrete Möglichkeiten der Zusammenarbeit.
Auf einen Blick
1. Was haben die Partnerschaftsaktivitäten konkret bewirkt?
Erstmals wurden Technologien der Agri-Photovoltaik und der schwimmenden Photovoltaik in die Aufforderung zur Einreichung von Projektvorschlägen für den Innovationsfonds der Nationalen Bewässerungskommission einbezogen. Dies erfolgte auf der Grundlage des Handbuchs und des Policy Brief, die von der Energiepartnerschaft erarbeitet wurden. Es wurden vier Projekte mit einer Gesamtkapazität von 500 Kilowatt ausgewählt. Für 2026 wurde eine Ausweitung angekündigt.
2. Welche Themenbereiche waren besonders relevant?
Die Durchführung von Energieprojekten zur Sicherstellung der Energiesicherheit des Landes setzt die Unterstützung der betreffenden lokalen Gemeinschaften, eine resiliente Infrastruktur und einen klaren regulatorischen Rahmen voraus. Die Energiepartnerschaft leistete Unterstützung in Form von Fachstudien.
Begleitende Kommunikations-, Projektmanagement- und Innovationsmaßnahmen wie die Energy Challenge für Start‑ups erhöhten die Sichtbarkeit, verbesserten die Vernetzung sowie den Marktzugang und trugen zur internationalen Vernetzung der Energiewende in Chile bei.
3. Was waren die größten Herausforderungen bei der Umsetzung der Aktivitäten und wie wurden sie gelöst?
Eine Herausforderung bestand darin, deutsche Unternehmen auf die positiven Entwicklungen im chilenischen Energiemarkt aufmerksam zu machen. Dies war unter anderem auf die komplexen technischen und regulatorischen Herausforderungen zurückzuführen. Mit Social-Media-Kampagnen sollte der Zugang zu Fachinformationen erleichtert werden, während Business-to-Government-Rundtischgespräche darauf abzielten, themenspezifische Geschäftsopportunitäten zu eröffnen.
4. Wie haben die Aktivitäten auf die übergreifenden Zielen – Energiesicherheit, Dekarbonisierung und Außenhandelsförderung – eingezahlt?
- Diese Aktivitäten trugen zur Energiesicherheit bei, indem sie die Klimaresilienz und die Cybersicherheit verbesserten.
- Zur Dekarbonisierung trugen sie durch den Technologie- und Wissenstransfer sowie politische Beratung bei.
- Zudem wurde die Außenwirtschaftsförderung durch die Einbeziehung deutscher Unternehmen in Dialoge und Initiativen zur Zusammenarbeit sowie durch gezielte Unterstützung für Start‑ups intensiviert.
5. Welche Aktivitäten sind für 2026 geplant?
- Für das Jahr 2026 ist geplant, die Formate des Business-to-Government-Dialogs, des Dialogs auf Regierungsebene sowie des branchenspezifischen Dialogs auszubauen.
- Darüber hinaus soll das Energieministerium fachliche Beratung erhalten, unter anderem zu Ausschreibungsmechanismen und zur Agri-Photovoltaik.
- Eine weitere Priorität ist die Unterstützung von Start‑ups, beispielsweise im Rahmen der Energy Challenge 2026.
- Zudem werden die Kommunikation und die internationale Sichtbarkeit verbessert.