Seit 2021

Ein Jahr des Fortschritts und der Konsolidierung

  • • Die Zusammenarbeit im Bereich Wasserstoff hat ein neues Niveau erreicht: Beim ersten Australia-EU Hydrogen Supply Chain Forum (australisch-europäisches Forum zur Wasserstofflieferkette) in Perth kamen mehr als 200 Teilnehmende zusammen. Zudem besuchte eine deutsche Delegation unter der Leitung des Parlamentarischen Staatssekretärs Stefan Rouenhoff Projekte zu Wasserstoff und grünem Eisen in Westaustralien.
  • Das Handelspotenzial für strombasierten nachhaltigen Flugkraftstoff (electro-sustainable aviation fuel, e-SAF) wurde untersucht: Es wurde eine eingehende Studie über das Potenzial für den Handel mit synthetischem Flugkraftstoff zwischen Australien und Europa veröffentlicht. Sie zeigte zentrale Triebfedern auf, wie beispielsweise regulatorische Sicherheit und finanzielle Unterstützung für die Projektentwicklung.
  • Die Integration des Energiesystems wurde in Angriff genommen: In Melbourne fand ein Workshop mit Beiträgen von Vertreter*innen der deutschen Industrie und australischen Marktteilnehmern statt. Dabei wurde die gemeinsame Herausforderung erörtert, erneuerbare Energien zu integrieren und zugleich die Zuverlässigkeit des Systems sicherzustellen.
Energiesicherheit
Dekarbonisierung
Außenwirtschaftsförderung

Im Jahr 2025 vollzog die Deutsch-Australische Energiepartnerschaft den Übergang von der Planung in die Praxis. Auf der Grundlage des 2024 angekündigten bilateralen H2Global-Finanzierungsfensters in Höhe von 400 Millionen Euro konzentrierten sich die Bemühungen auf die Operationalisierung dieser Initiative. In diesem Zusammenhang wurde der Entwurf des Auktionsdesigns fertiggestellt und die Anmeldung staatlicher Beihilfen bei der Europäischen Kommission in die Wege geleitet. Des Weiteren wurden auf beiden Seiten Konsultationen der Stakeholder durchgeführt. Ziel war es, die Zusammenarbeit in den Bereichen erneuerbare Energien und Netzstabilität zu vertiefen und die neuen Möglichkeiten in Bezug auf grünes Eisen zu nutzen.

Die Zusammenarbeit im Bereich Wasserstoff rückt in den Fokus

Die Partnerschaft organisierte das Australia-EU Hydrogen Supply Chain Forum in Perth, bei dem mehr als 200 Teilnehmende zusammenkamen, um Möglichkeiten der bilateralen Zusammenarbeit in den Bereichen Wasserstoff, Wasserstoffderivate und grünes Eisen zu erörtern.

Unter der Leitung des Parlamentarischen Staatssekretärs Stefan Rouenhoff reiste eine deutsche Delegation von Vertreter*innen aus Industrie und Forschung nach Westaustralien und besuchte unter anderem Projekte zu Wasserstoff und grünem Eisen in Geraldton und der Region Pilbara.

Angesichts des sich abzeichnenden neuen EU-Mandats für strombasierten nachhaltigen Flugkraftstoff (electro-sustainable aviation fuel, e-SAF) prüfte die Partnerschaft auch das Potenzial für eine Zusammenarbeit im Bereich synthetischer Flugkraftstoffe und veröffentlichte einen eingehenden Bericht, in dem zentrale Triebfedern für den bilateralen Handel aufgezeigt wurden.

Sicherheit und Zuverlässigkeit auf erneuerbaren Energien basierender Energiesysteme

Bei einem Workshop in Melbourne wurde die Integration erneuerbarer Energien in das Energiesystem erörtert. Dabei wurden Erkenntnisse über die laufende australische Marktreform und Perspektiven eines deutschen Erzeugers vorgestellt. Zudem fand eine Podiumsdiskussion über die Gewährleistung der Sicherheit und Zuverlässigkeit des Systems statt.

Ausblick

2026 wird ein entscheidendes Jahr für die bilaterale H2Global-Auktion sein: Die offizielle Ankündigung des Auktionsbeginns wird voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2026 erfolgen. Zudem wird die Partnerschaft in diesem Jahr Briefings zu zentralen Themen im Zusammenhang mit dem Energiesystem herausgeben und weiterhin Unterstützung in ihren Schwerpunktbereichen Wasserstoff und Energieeffizienz leisten. Einrichtungen wie die Deutsch-Australische Industrie- und Handelskammer (AHK Australien), die Renewables Academy AG (RENAC) und die Australische Kommission für Handel und Investitionen (Australian Trade and Investment Commission, Austrade) engagieren sich weiterhin für die Unterstützung der Aktivitäten der Partnerschaft.

Auf einen Blick

1. Was haben die Partnerschaftsaktivitäten konkret bewirkt?

Australia-EU Hydrogen Supply Chain Forum in Perth: Die Energiepartnerschaft beteiligte sich erstmals federführend an dieser Veranstaltung auf EU-Ebene, bei der maßgebliche Stakeholder zusammenkamen. Die Veranstaltung ebnete den Weg für mehrere konkrete Industriepartnerschaften, darunter für eine Kooperation für die Herstellung von grünem Eisen zwischen Progressive Green Solutions, thyssenkrupp Materials Trading, thyssenkrupp nucera, der SMS group und KfW IPEX. Auch der H2Global-Konsultationsprozess für das bilaterale Finanzierungsfenster wurde durch das Forum und die damit verbundenen Aktivitäten vorangetrieben.

Wasserstoff und Wasserstoffprodukte bildeten weiterhin den maßgeblichen Kernbereich der Deutsch-Australischen Energiepartnerschaft. In diesem Zusammenhang waren mehrere wichtige Entwicklungen zu verzeichnen:

  • Umsetzung des bilateralen H2Global-Finanzierungsfensters
  • Grünes Eisen als neues wasserstoffbasiertes Produkt
  • e-SAF als vielversprechende Handelsoption
  • Zertifizierung und regulatorische Angleichung
  • Ausbau der Infrastruktur

Die Entwicklung des Wasserstoffmarktes hat sich verlangsamt: Die Entwicklung des globalen Wasserstoffmarktes verlangsamte sich im Jahr 2025, wobei der asiatisch-pazifische Wasserstoffgipfel (Asia-Pacific Hydrogen Summit & Exhibition) deutlich kleiner ausfiel als in den Vorjahren.
Die Partnerschaft reagierte, indem sie den Fokus auf kurzfristigere Chancen mit klareren Geschäftsszenarien, wie beispielsweise grünes Eisen und e-SAF, verlagerte.

Politische Unsicherheit: Infolge des Regierungswechsels in Queensland kam es zu einer Abschwächung der Ziele im Bereich der erneuerbaren Energien. Zusätzliche Unsicherheit entstand durch Australiens Rückzug als Gastgeber der COP31.
Die Partnerschaft setzte ihr Engagement fort und legte den Schwerpunkt auf kommerzielle Chancen.

Regulatorische Angleichung: Es war weiterhin eine Herausforderung, die Kompatibilität zwischen dem australischen Herkunftsnachweissystem und den Zertifizierungsanforderungen der EU sicherzustellen – angegangen wurde dies im Rahmen eines gezielten Dialogs beim World Hydrogen Summit sowie trilateraler Studien unter Beteiligung Deutschlands, der Niederlande und Australiens.

Energiesicherheit: Das bilaterale H2Global-Finanzierungsfenster soll Einfuhren aus Australien nach Europa sicherstellen. Die Zusammenarbeit zwischen den Häfen Hamburg und Newcastle trug zur Diversifizierung der Energieversorgungsketten bei.

Dekarbonisierung: Die Partnerschaft für grünes Eisen (Progressive Green Solutions, thyssenkrupp, SMS, KfW IPEX) brachte die Dekarbonisierung der Stahlindustrie voran. In der e-SAF-Studie wurden Möglichkeiten für die Dekarbonisierung des Flugverkehrs aufgezeigt.

Außenwirtschaftsförderung: Eine deutsche Delegation von Vertreter*innen aus der Industrie reiste nach Westaustralien, um Geschäftsopportunitäten auszuloten. Deutsche Erstausrüster (Original Equipment Manufacturers, OEM) und ein Projektentwickler wurden im Rahmen eines Präsenzworkshops zur Sicherheit des Energiesystems unterstützt.

Das Jahr in Bildern

Kontakt

Franziska Teichmann

Sekretariatsleitung für die Energiekooperation mit Australien und Neuseeland.

In vertrauensvoller, partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit dem
Department of Climate Change, Energy, the Environment and Water

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