Seit 2022
Grünen Wasserstoff für den Klimaschutz und nachhaltige Wertschöpfungsketten fördern
- Die Deutsch-Namibische Partnerschaft für grünen Wasserstoff förderte die langfristige Energiediversifizierung und unterstützte den Aufbau zuverlässiger Lieferketten für grünen Wasserstoff.
- Dank der Unterstützung der Dekarbonisierung des Seeverkehrs positionierte sich Namibia als strategischer Partner für nachhaltige Schifffahrtswege, die mit den europäischen Klimazielen in Einklang stehen.
- Hohe Umwelt- und Governance-Standards verringerten die Investitionsrisiken und schufen stabile Rahmenbedingungen für deutsche Unternehmen.
- Namibia verfügt über Potenzial für die Produktion und Ausfuhr von grünem Wasserstoff sowie für die Entwicklung wettbewerbsfähiger grüner Wertschöpfungsketten für kritische Rohstoffe, darunter auch für grüne Düngemittel, grünen Stahl, Lithium und Glas.
Energiesicherheit
Dekarbonisierung
Außenwirtschaftsförderung
Namibia verfügt über großes Potenzial für grünen Wasserstoff und bietet beiden Ländern strategische Möglichkeiten. Im Rahmen der Partnerschaft für grünen Wasserstoff arbeiteten die beiden Partner zusammen, um die Klimaziele zu erreichen, die Energiesicherheit zu verbessern und neue Handels- und Investitionsmöglichkeiten zu schaffen. Die Partnerschaft unterstützte den Aufbau einer grünen Wasserstoffwirtschaft, die umweltfreundlich, wirtschaftlich tragfähig und auf Namibias Ziele für nachhaltige Entwicklung abgestimmt ist.
Grüne Seekorridore ermöglichen
Namibia ist bestrebt, seinen Seeverkehr zu dekarbonisieren. Dies steht in Einklang mit den europäischen Zielen für grüne Häfen und klimaneutrale Handelsrouten. Durch Schulungen zur Nutzung von Power-to-X (PtX) im Seeverkehr und die Unterstützung des für 2026 vorgesehenen nationalen Aktionsplans für die Dekarbonisierung des Seeverkehrs hat sich Namibia verstärkt als zuverlässiger Partner für die Versorgung mit grünen Kraftstoffen sowie für nachhaltige Schifffahrtswege positioniert. Diese Anstrengungen trugen auch zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit des Landes bei.
Die Einbindung der Zivilgesellschaft in den Aufbau der namibischen Wasserstoffwirtschaft stärken
Beim Global African Hydrogen Summit 2025, der vom 9. bis zum 11. September in Windhoek stattfand, organisierte die Partnerschaft für grünen Wasserstoff gemeinsam mit der Europäischen Union ein Rundtischgespräch für die Zivilgesellschaft. Der Schwerpunkt der Diskussion lag auf den Themen Transparenz, Governance-Rahmen, Umweltschutzmaßnahmen und sinnvolle Einbeziehung der Zivilgesellschaft in die Entwicklung von grünem Wasserstoff in Namibia. Ziel war es, die gesellschaftliche Beteiligung am Aufbau der Wasserstoffwirtschaft sicherzustellen und zugleich die gesellschaftliche Akzeptanz groß angelegter Wasserstoffprojekte in Namibia zu verbessern.
Die Teilnehmenden wiesen darauf hin, dass ein starker regulatorischer Rahmen erforderlich ist, der sowohl die inländische Nutzung als auch die Ausfuhr von grünem Wasserstoff abdeckt. Darüber hinaus forderten sie eine Fortführung des Dialogs zwischen Regierung, Investor*innen und lokalen Gemeinschaften. An der Diskussion nahmen auch Vertreter*innen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) sowie der EU-Delegation in Namibia teil.
Hohe Umweltstandards für den Erhalt der Biodiversität gewährleisten
Das Biodiversitätsmonitoring in sensiblen Gebieten wie dem Tsau-//Khaeb-Nationalpark, in dem mehrere Projekte für grünen Wasserstoff geplant sind, trug dazu bei, dass internationale Nachhaltigkeitsstandards eingehalten wurden. So entstand ein stabiles und verlässliches Investitionsumfeld für deutsche Unternehmen, die auf der Suche nach den Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien (ESG-Kriterien) entsprechenden Lieferketten sind.
In einer Studie wurden die ökologisch und biologisch sensiblen Hotspots im Tsau-//Khaeb Nationalpark ermittelt. Diese Aktivität soll die Kapazitäten der namibischen Behörden für die Steuerung einer verantwortungsvollen Entwicklung im Nationalpark verbessern.
Neue grüne Wertschöpfungsketten auf der Grundlage erschwinglicher sauberer Energie entwickeln
In Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft untersuchte die Partnerschaft für grünen Wasserstoff neue grüne Wertschöpfungsketten. Hierzu zählt beispielsweise das Potenzial für die Produktion von Glas unter Nutzung der erneuerbaren Energieträger und Bodenschätze Namibias. Die Glasproduktion ist energieintensiv und spielt in Deutschlands industriellen Wertschöpfungsketten eine wichtige Rolle. Die Produktion von Glas mit erschwinglicher erneuerbarer Energie könnte die grüne Industrialisierung Namibias vorantreiben und zugleich zur Diversifizierung und Klimaneutralität der deutschen Lieferketten beitragen.
Drei Fragen zum namibischen Programm für grünen Wasserstoff
Joseph Mukendwa, der Leiter des namibischen Programms für grünen Wasserstoff, erklärt, warum diese Partnerschaft so wertvoll ist und wie sie sowohl Deutschland als auch Namibia zugutekommt.
Auf einen Blick
1. Was haben die Partnerschaftsaktivitäten konkret bewirkt?
Die Partnerschaft stärkte die Inklusivität, indem sie die Zivilgesellschaft aktiv einbezog.
Sie förderte die Umweltverantwortung, indem sie eine Bewertung und Kartierung der Biodiversität in einem von Namibias unberührtesten Naturschutzgebieten – dem Tsau-//Khaeb-Nationalpark im Süden des Green Hydrogen Valley – auf den Weg brachte.
Sie verbesserte die Wettbewerbsfähigkeit des schwer dekarbonisierbaren Seeverkehrssektors Namibias durch ihren Beitrag zur Erarbeitung eines nationalen Aktionsplans.
2. Welche Themenbereiche waren besonders relevant?
Die Einbindung der Zivilgesellschaft war für die Partnerschaft für grünen Wasserstoff von maßgeblicher Bedeutung, um die grüne Wasserstoffwirtschaft zu entmystifizieren und die Transparenz zu verbessern. Darüber hinaus ist es eine sehr vielversprechende Maßnahme, junge Menschen in die Gespräche über die Energiewende einzubeziehen und ihnen Chancen aufzuzeigen.
3. Wie haben die Aktivitäten auf die übergreifenden Zielen – Energiesicherheit, Dekarbonisierung und Außenhandelsförderung – eingezahlt?
Die Energiesicherheit erhöhen
Indem sie Namibias Ziele für grünen Wasserstoff unterstützte, leistete die Partnerschaft für grünen Wasserstoff einen Beitrag zur langfristigen Energiesicherheit durch Diversifizierung und lokale Wertschöpfung. Das Programm für Jugendbotschafter*innen für grünen Wasserstoff stattete junge Führungskräfte mit Fertigkeiten aus und stellte ihnen Netzwerke zur Verfügung, um an der Gestaltung der Energiewende mitzuwirken. Namibia baute eigene Expertise und strategische Partnerschaften auf und erhöhte damit seine langfristige Energiesicherheit.
Die Dekarbonisierung vorantreiben
Durch die Schulung zur Nutzung von Power-to-X (PtX) im Seeverkehr und den geplanten nationalen Aktionsplan für die Dekarbonisierung des Seeverkehrs näherte sich Namibia den internationalen Klimarahmen an und förderte den nachhaltigen Seeverkehr. Diese Anstrengungen trugen zur Senkung der Emissionen im Seeverkehr bei. Zugleich sorgte das Biodiversitätsmonitoring im Tsau-//Khaeb-Nationalpark dafür, dass die Entwicklung von grünem Wasserstoff hohen Umweltstandards genügt, den Klimaschutz stärkt und zugleich die Ökosysteme schützt.
Außenwirtschaft und Wettbewerbsfähigkeit fördern
Dank grünem Wasserstoff und grünem Seeverkehr positionierte sich Namibia als wettbewerbsfähiges Drehkreuz für den Seeverkehr. Die Gespräche mit Investor*innen und der Zivilgesellschaft beim Global African Hydrogen Summit stärkten die Governance, die Transparenz und den inklusiven Dialog. Diese Maßnahmen steigerten Namibias Attraktivität als zuverlässiger Handelspartner für die europäischen und globalen Märkte, auf denen Einfuhren kohlenstoffarmer Energie gefragt sind, und unterstützten zugleich die entstehenden grünen Wertschöpfungsketten des Landes.