Seit 2006
Indien und Deutschland bündeln ihre Kräfte, um die globale Energiewende zu beschleunigen
- Deutsche Unternehmen aus dem Bereich erneuerbare Energie betrachten Indien zunehmend als einen zuverlässigen, langfristigen Geschäftspartner. Mehr als 30 deutsche Unternehmen aus der Wind- und Solarbranche waren auf großen Messen wie der Windenergy India 2025 und der Renewable Energy India Expo 2025 vertreten und zeigten großes Interesse an der bilateralen Industriezusammenarbeit.
- Die Ausfuhr von grünem Wasserstoff nach Europa stellte für indische Projektentwickler nach wie vor eine Priorität dar, insbesondere im Rahmen des deutschen H2Global-Mechanismus.
- Die Netzflexibilisierung war eine zentrale Säule der indischen Strategie für die Energiewende. Die Regierung schuf neue politische Rahmenbedingungen und Fördermechanismen für Batteriespeichersysteme (Battery Energy Storage Systems, BESS) sowie für Pumpspeicher-Projekte. Zugleich spielte auch die Flexibilisierung der vorhandenen Kohlekraftwerke nach wie vor eine wichtige Rolle. In branchenspezifischen Workshops und politischen Dialogen wurden die technische Machbarkeit und Möglichkeiten der Umsetzung erörtert.
Energiesicherheit
Dekarbonisierung
Außenwirtschaftsförderung
Der Schwerpunkt des Deutsch-Indischen Energieforums lag auf zentralen Bereichen von beiderseitigem Interesse, wie beispielsweise erneuerbarer Energie, Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Wasserstoff und der Flexibilisierung des Stromsektors.
Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft
Die Schaffung von Geschäftsopportunitäten für indische und deutsche Energieunternehmen war nach wie vor zentraler Bestandteil der Zusammenarbeit.
Allein im Jahr 2025 hat das Deutsch-Indische Energieforum mehr als 100 Veranstaltungen sowie Delegationen aus deutschen und indischen Regierungs- und Wirtschaftsvertreter*innen organisiert und unterstützt. Die Deutsch-Indische Handelskammer (AHK Indien) spielte bei der Durchführung vieler dieser Aktivitäten eine wichtige Rolle.
Ein wichtiger Höhepunkt war der gemeinsame deutsche Pavillon auf der Windenergy India, Indiens maßgeblicher Konferenz zum Thema Windenergie. Eröffnet wurde der Pavillon von einer hochrangigen Delegation der Bundesregierung aus Vertreter*innen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) und des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Die Veranstaltung umfasste auch ein Business-to-Government-Rundtischgespräch, an dem mehr als 15 deutsche Unternehmen sowie Vertreter*innen deutscher und indischer Verbände für Windenergie teilnahmen.
Zertifizierung von grünem Wasserstoff: eine Voraussetzung für den globalen Handel
Indien maß der Ausfuhr von Wasserstoff weiterhin große Bedeutung bei. Dabei sind Deutschland und die Europäische Union innerhalb des Zertifizierungsrahmens für erneuerbare Kraftstoffe nicht biogenen Ursprungs (Renewable Fuels of Non-Biological Origin, RFNBO) der EU wichtige Partner.
Im Jahr 2025 brachte Indien seinen Zertifizierungsrahmen für grünen Wasserstoff für die inländische Nutzung auf den Weg. Um die Investitions- und Planungssicherheit auf beiden Märkten zu sichern, mussten die Herausforderungen im Zusammenhang mit der Zertifizierung bewältigt werden, indem auf eine stärkere Angleichung der deutschen und indischen Regelungen insbesondere für die Akteur*innen der Privatwirtschaft hingewirkt wurde.
In Zusammenarbeit mit dem International Hydrogen Ramp-up Programme (H2Uppp) förderte das Deutsch-Indische Energieforum weiterhin den Dialog zwischen den Regierungen, der Privatwirtschaft und der Europäischen Union. In diesem Zusammenhang wurden unter anderem Veranstaltungen bei nationalen und internationalen Konferenzen organisiert und Informationspapiere veröffentlicht.
Auf die Flexibilisierung kommt es an
Im Jahr 2025 erreichte das Deutsch-Indische Energieforum wichtige Meilensteine beim Aufbau der Kapazitäten für die Flexibilisierung des Energiesektors – ein unverzichtbares Instrument für die Integration von mehr erneuerbarer Energie in den kohlebasierten Stromsektor Indiens. Mit Unterstützung der Zentralen Elektrizitätsbehörde (Central Electricity Authority, CEA) und des Zentrums zur Verbesserung der Exzellenz (Excellence Enhancement Centre, EEC) wurde ein mehrtägiges simulatorgestütztes Schulungsprogramm mit dem deutschen Unternehmen STEAG und dem internationalen Verband der Energieanlagen-Betreiber vgbe energy e.V. durchgeführt. Die Schulung basierte auf einem modernen Kohlekraftwerk mit einer Kapazität von 660 Megawatt. Darüber hinaus fanden Workshops, Webinare und ein Delegationsbesuch in Deutschland statt, die vom Zentrum zur Verbesserung der Exzellenz des indischen Stromsektors, von der Zentralen Elektrizitätsbehörde und vom Verband der Energieanlagen-Betreiber unterstützt wurden und die institutionelle Zusammenarbeit weiter intensivierten.
Um die Bedeutung von Batteriespeichersystemen für die Verbesserung der Netzstabilität und die Integration erneuerbarer Energie zu verdeutlichen, organisierte das Deutsch-Indische Energieforum gemeinsam mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und der Zentralbehörde für Bewässerung und Strom (Central Board of Irrigation and Power, CBIP) einen Delegationsbesuch in Indien, an dem internationale Expert*innen teilnahmen.
Auf einen Blick
1. Was haben die Partnerschaftsaktivitäten konkret bewirkt?
- Der Dialog über die Zertifizierung von grünem Wasserstoff und die Ausfuhrmöglichkeiten nach Europa wurden gestärkt, unter anderem durch die Unterstützung der von Hintco organisierten H2Global-Roadshow in Indien. Diese Initiative förderte marktbasierte Handelsmechanismen für Wasserstoff sowie europäisch-indische Wasserstoffpartnerschaften in der sich neu entwickelnden Wasserstoffwirtschaft.
- Mit deutscher technischer Expertise und gemeinsam mit indischen Partnern wurde ein simulatorgestütztes Schulungsprogramm zur Flexibilisierung der vorhandenen Kohlekraftwerke eingeführt. Das Programm ist darauf ausgelegt, dass es langfristig von den Partnereinrichtungen fortgeführt werden kann.
Ergänzt wurde die Initiative durch weitere Dialogformate, darunter zwei Fachworkshops mit dem internationalen Verband der Energieanlagen-Betreiber vgbe energy e.V. zum Thema Flexibilisierung, an denen mehr als 140 Vertreter*innen aus Indiens Stromerzeugungsbranche teilnahmen. - Der Dialog über die Netzintegration von Batteriespeichersystemen sowie die Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Energiespeicher Systeme (BVES) wurden intensiviert. Die Zusammenarbeit zielt darauf ab, den Wissensaustausch zu unterstützen und deutschen Unternehmen Möglichkeiten zu bieten, in Indiens wachstumsstarker Energiespeicherbranche Fuß zu fassen.
- Mehr als 15 CEOs aus der deutschen Windindustrie und Vertreter*innen indischer und deutscher Verbände für Windenergie sowie der Bundesregierung kamen zusammen, um über Marktchancen und regulatorische Herausforderungen zu sprechen. Der Austausch fand am Rande des deutschen Pavillons auf der Windendergy India statt und stärkte die bilaterale Zusammenarbeit zwischen Unternehmen der Windkraftbranche.
- Gemeinsam mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau wurde während des Besuchs des Vorstandsvorsitzenden der KfW Bankengruppe, Stefan Wintels, in Indien ein CEO Roundtable zu grünem Wasserstoff und seiner Finanzierung in Indien organisiert. Zu diesem Rundtischgespräch kamen 14 CEOs führender indischer und deutscher Unternehmen zusammen. Unter anderem waren Siemens Energy und Thyssenkrupp Nucera vertreten. An der Veranstaltung nahmen auch der Leiter der nationalen Mission für grünen Wasserstoff (National Green Hydrogen Mission) beim Ministerium für neue und erneuerbare Energie (Ministry of New and Renewable Energy, MNRE), Abhay Bakre, der Chargé d’Affaires der deutschen Botschaft in Indien sowie Vertreter der Deutsch-Indischen Handelskammer teil.
- Die aktive Beteiligung Indiens an Phase II des Interessenbekundungsverfahrens des PtX-Entwicklungsfonds der Kreditanstalt für Wiederaufbau wurde unterstützt. 20 Prozent der Anträge, die aus sieben Partnerländern eingingen, entfielen auf Indien. Um dies zu ermöglichen, wurden deutsche und indische Unternehmen im Rahmen zweier gezielter Webinare sowie bei Business-Rundtischgesprächen und zahlreichen bilateralen Treffen über die Projekte und die Ausschreibung informiert.
2. Welche Themenbereiche waren besonders relevant?
- Zertifizierung von grünem Wasserstoff und internationaler Handel
- Flexibilisierung der vorhandenen Kohlekraftwerke
- Netzintegration von Batteriespeichersystemen
- Windenergie – Möglichkeiten und Herausforderungen für deutsche Unternehmen
- Bündelung der Kräfte mit deutschen Branchenverbänden wie dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA e. V.), dem Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) sowie der International Solar Alliance (ISA), um die Zusammenarbeit im Bereich der Solarfertigung in Indien zu vertiefen
- Aufnahme des Dialogs über die Verarbeitung kritischer Minerale in Indien und Eruierung der damit verbundenen Möglichkeiten für deutsche Unternehmen als Vorbereitung auf die weitere Zusammenarbeit im Jahr 2026
3. Wie haben die Aktivitäten auf die übergreifenden Zielen – Energiesicherheit, Dekarbonisierung und Außenhandelsförderung – eingezahlt?
- Die Aktivitäten unterstützten die H2Global-Roadshow, erleichterten den Austausch über die Zertifizierung erneuerbarer Kraftstoffe nicht biogenen Ursprungs zur Förderung der Ausfuhr von grünem Wasserstoff von Indien nach Europa/Deutschland und leisteten damit einen Beitrag zur Energiesicherheit.
- Sie förderten die Zusammenarbeit zwischen indischen und deutschen Unternehmen in den Bereichen Wind- und Solarenergie, Energiespeicherung sowie grüner Wasserstoff und unterstützten in Zusammenarbeit mit der AHK Indien die Teilnahme deutscher Unternehmen an indischen Messen und Rundtischgesprächen.
- Es wurden simulationsgestützte Schulungen sowie Workshops und Studienreisen zur Flexibilisierung der vorhandenen Kohlekraftwerke organisiert, um den flexiblen Betrieb von Kraftwerken zu veranschaulichen. Dies wird dazu beitragen, dass ein größerer Anteil erneuerbarer Energie ins Netz integriert wird, was der Dekarbonisierung zugutekommt.
4. Welche Aktivitäten sind für 2026 geplant?
- Voraussichtlich werden alle größeren Aktivitäten in allen fünf Untergruppen (Subgroups) des Deutsch-Indischen Energieforums im Jahr 2026 fortgeführt. Gegenwärtig werden neue Initiativen geplant und in den entsprechenden Untergruppen auf den Weg gebracht. Darüber hinaus ist die Teilnahme an den folgenden maßgeblichen Konferenzen geplant – beispielsweise in Form von Rundtischgesprächen, Delegationen und/oder Pavillons der deutschen Privatwirtschaft:
- Februar 2026: Intersolar India (deutscher Pavillon, Rundtischgespräch zum Thema Solarenergie)
- März 2026: Bharat Electricity Summit (deutscher Pavillon, möglicherweise Rundtischgespräch)
- April 2026: Hannover Messe (indische Delegation, Studienreise, Veranstaltung zum 20-jährigen Jubiläum des Deutsch-Indischen Energieforums)
- Juni 2026: Intersolar München (indische Delegation, Netzwerk-Mittagessen, Rundtischgespräch zum Thema „Trade Agreement and beyond: India Business Opportunities“ (Handelsabkommen und darüber hinaus: Geschäftsopportunitäten in Indien), Studienreise)
- September 2026: Studienreise nach Deutschland zum Thema Flexibilisierung des Energiesystems
- Darüber hinaus begeht das Deutsch-Indische Energieforum im Jahr 2026 sein 20-jähriges Jubiläum. Dieser Meilenstein wird im Laufe des gesamten Jahres mit einer Reihe von Fachveranstaltungen und Initiativen gefeiert. Die Aktivitäten werden eng auf die anstehenden achten deutsch-indischen Regierungskonsultationen abgestimmt, um die strategische Bedeutung der Partnerschaft zu stärken und der weiteren Zusammenarbeit zusätzlichen Schwung zu verleihen.