Seit 2025

Eine dekarbonisierte Energiezukunft gewährleisten und wirtschaftliche Möglichkeiten erschließen

  • Thailand beschleunigte seine Entwicklung in Richtung Klimaneutralität und positionierte sich damit als ein zukunftsorientierter Partner Deutschlands bei der Förderung der grünen Transformation in Südostasien.
  • Mit der Einrichtung des Deutsch-Thailändischen Energiedialogs wurde Thailand als strategischer Partner Deutschlands bei der Förderung der globalen Energiewende institutionalisiert. 
  • In Thailand sind mehr als 600 deutsche Unternehmen vertreten – damit diente das Land als wichtiges regionales Drehkreuz für die wirtschaftliche und industrielle Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Südostasien.
  • Indem sie neue Risiken im Bereich der Energiesicherheit gemeinsam in Angriff nahmen, stärkten Thailand und Deutschland ihre strategische Abstimmung für resiliente, zukunftssichere Energiesysteme.
Energiesicherheit
Dekarbonisierung
Außenwirtschaftsförderung
Main Text Auftakt des Deutsch-Thailändischen Energiedialogs

Die Einrichtung des Deutsch-Thailändischen Dialogs im Jahr 2025 war ein Meilenstein für die deutsch-thailändische Energiezusammenarbeit. Mit diesem Dialog wurde ein intensiver Austausch zwischen dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) und dem thailändischen Energieministerium etabliert. Damit wurde die Entschlossenheit beider Regierungen, ihre strategische Partnerschaft zu intensivieren und die wirtschaftliche Zusammenarbeit Deutschlands und Thailands bei der Dekarbonisierung des Energiesektors zu fördern, institutionalisiert.

Privatwirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Thailand

Mit mehr als 600 deutschen Unternehmen vor Ort, einer starken industriellen Basis, marktorientierten politischen Rahmenbedingungen und einem zunehmenden Engagement für Nachhaltigkeit dient Thailand als strategisches Drehkreuz für Südostasien. Der Deutsch-Thailändische Energiedialog stützte die einschlägigen Bemühungen, indem er die privatwirtschaftliche Zusammenarbeit durch Konferenzen, fachliche Austausche und gezielte Initiativen für die Kompetenzentwicklung förderte.

Thailands Energiesektor ist im Wandel begriffen

Thailand beschleunigte die Realisierung seiner Klima- und Energieziele, indem es die angestrebte Frist für das Erreichen des Netto-Null-Ziels um 15 Jahre auf 2050 vorzog. Das Land hat sich nun das Ziel gesetzt, seine Treibhausgasemissionen bis 2035 im Vergleich zu 2019 um 47 Prozent zu senken. Mit diesem ehrgeizigeren Ziel hat Thailand entschlossen Kurs auf die grüne Transformation genommen.

Energiesicherheit dominiert die nationale Debatte

Die Energiesicherheit ist zunehmend durch komplexe Risiken geprägt, die über die bisherigen Belange wie Versorgung und Preisvolatilität hinausgehen. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, hat der Energiedialog einen kompakten strategischen Diskussionsrahmen entwickelt, um Stakeholder aus dem öffentlichen Sektor sowie aus den Bereichen Energie, Technologie und Sicherheit einzubinden. Diese Arbeit bringt Entscheidungsträger*innen im Rahmen thematischer Energiedialoge zusammen und gibt die Richtung für weitere, vertiefte Aktivitäten im Jahr 2026 vor. Zu den nächsten Schritten zählen vertiefende Analysen der Lieferketten für Energietechnologie, der Sicherheit der Betriebstechnologie und der resilienten Energieversorgung kritischer Rechenzentren – alle diese Bereiche bergen ein erhebliches Marktpotenzial für deutsche und thailändische Unternehmen.

Auf einen Blick

1. Was haben die Partnerschaftsaktivitäten konkret bewirkt?

Die im Rahmen des Deutsch-Thailändischen Energiedialogs durchgeführten Aktivitäten zur Förderung der Energiesicherheit sorgten dafür, dass das Programm strategisch für die engere Zusammenarbeit mit ministeriellen Partnern und deutsch-thailändischen Stakeholdern gerüstet ist. Auf dieser Grundlage wurden mit Blick auf die vertiefte Zusammenarbeit im Jahr 2026 zentrale Prioritäten für Energiesicherheit festgelegt.

Zu diesen Prioritäten zählen die Analyse der Wertschöpfungsketten für Energietechnologie in einem themenspezifischen Diskussionspapier sowie die Verbesserung der Sicherheit der Betriebstechnologie für die Industrie und der kritischen Energieinfrastruktur durch den Austausch zwischen deutschen und thailändischen Unternehmen. Des Weiteren umfassen die Prioritäten auch die Beschäftigung mit der Energiesicherheit von Rechenzentren im Rahmen eines Diskussionspapiers und gezielter Stakeholder-Workshops, an denen auch deutsche Lösungsanbieter teilnehmen.

Schritt für Schritt überführte der Energiedialog die Energiesicherheit von einem allgemeinen Aspekt zu einer praktischen Agenda, die die Stakeholder dabei unterstützt, Risiken zu antizipieren, die Resilienz zu stärken und die Energiewende entschlossen voranzutreiben.

Energiesicherheit:
Die Energiesicherheit war für das thailändische Energieministerium von vorrangiger Bedeutung, da sich die wachsende globale Unsicherheit weiterhin auch auf Thailand und die Region auswirkte. Die Sicherheitslage im Energiebereich wurde immer komplexer und vielschichtiger.

Energieeffizienz:
Thailand hat sich das Ziel gesetzt, die Energieintensität bis 2037 um 36 Prozent zu senken. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen die thailändischen Unternehmen ihre Energieeffizienz deutlich verbessern. Zugleich bedeutet das rasche Wachstum der grünen Märkte, dass eine höhere Energieeffizienz die Wettbewerbsfähigkeit der thailändischen Unternehmen sowohl auf regionaler als auch auf globaler Ebene stärken wird.

Den politischen Dialog in konkrete, sehr wirkungsvolle Aktivitäten umsetzen

Der Energiedialog, der im März 2025 formal eingerichtet wurde, stand vor der Herausforderung, einen gerade erst unterzeichneten politischen Rahmen binnen kurzer Zeit in konkrete operative Aktivitäten umzusetzen. Nach den ersten Lenkungstreffen musste das Programm zügig von einem hochrangigen politischen Austausch zur Entwicklung und Durchführung grundlegender Aktivitäten zur Förderung der Energiewende übergehen. Trotz dieses „Kaltstarts“ gelang es dem Dialog dank der umfassenden Unterstützung und der aktiven Beteiligung von Stakeholdern sowohl aus dem öffentlichen Sektor als auch aus der Privatwirtschaft, zügig vorrangige Themen zu erarbeiten und wirkungsvolle Veranstaltungen mit konkreten Ergebnissen zu organisieren.

Den sinnvollen Austausch über die Energiesicherheit fördern

Die Energiesicherheit war sowohl auf politischer als auch auf institutioneller Ebene ein heikles Thema. Um einen offenen und konstruktiven Austausch zwischen den Vertreter*innen unterschiedlicher Organisationen zu ermöglichen, entwickelte der Energiedialog eine gemeinsame Wissensbasis in Form eines Diskussionspapiers zur Energiesicherheit. In dem Papier wurden die Teilnehmenden aufgefordert, Überlegungen zur allgemeinen Sicherheitslage im Energiebereich sowie zu den konkreten Rollen, Zuständigkeiten und Bedürfnissen ihrer Organisationen anzustellen. Die anschließenden Dialogveranstaltungen wurden daher als geschlossene Treffen organisiert, um eine sichere und vertrauliche Umgebung zu schaffen. Dieses Format führte zu einer aktiveren Beteiligung und ermutigte die Teilnehmenden, sich offen über die Perspektiven und Anliegen ihrer Organisationen auszutauschen.

Den Energiedialog als zuverlässigen Partner und vertrauenswürdige Kooperationsplattform etablieren

Der Deutsch-Thailändische Energiedialog arbeitete zunächst mit einem relativ kleinen Netzwerk privatwirtschaftlicher Akteur*innen. Die offizielle Einrichtung des Dialogs im Jahr 2025 eröffnete die Möglichkeit, die Zusammenarbeit systematisch auf den gesamten Energiesektor auszuweiten. In Zusammenarbeit mit der Deutsch-Thailändischen Handelskammer ermittelte der Energiedialog proaktiv deutsche Unternehmen, die in Thailand in den Bereichen Energie und nachhaltige Lösungen tätig sind, und nahm Kontakt zu ihnen auf. Durch kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit und die Bereitstellung relevanter Formate gelang es dem Programm nach und nach, in der Wirtschaft Vertrauen aufzubauen. Infolgedessen erkannten deutsche Unternehmen zunehmend den Mehrwert des Dialogs als eine Plattform für den strukturierten Austausch und die Eröffnung konkreter Geschäftsopportunitäten.

Der Energiedialog wurde im März 2025 während des Berlin Energy Transition Dialogue eingerichtet – ein neues, aber ehrgeiziges Format. Von Beginn an setzte er sich zum Ziel, Themen mit großer Tragweite anzugehen und als Katalysator für Thailands Energiewende zu fungieren. Im ersten Jahr legte der Energiedialog den Schwerpunkt vor allem auf die Energiesicherheit und Energieeffizienz.

Durch eine Kombination aus einem strategischen Diskussionspapier, gezielten Dialogformaten und praktischen Seminaren und Konferenzen in ganz Thailand setzte der Energiedialog den politischen Austausch in konkrete Maßnahmen um. Diese Aktivitäten trugen dazu bei, die Systemresilienz zu erhöhen, die Dekarbonisierung zu beschleunigen und die Außenwirtschaft zu fördern, indem sie dafür sorgten, dass internationale Expertise, Standards und Technologien Zugang zu Thailands wachsendem Markt für saubere Energie fanden.

Aktivitäten des Deutsch-Thailändischen Energiedialogs im Jahr 2026

  • vier Workshops des Netzwerks für Energieeffizienz (im Laufe des Jahres 2026)
  • eine Studienreise nach Deutschland zum Thema Batterierecycling
  • eine Konferenz zu deutschen Dekarbonisierungstechnologien
  • zwei Veranstaltungen zur Energiesicherheit
    • eine Veranstaltung zu den Wertschöpfungsketten für Energietechnologien
    • ein Business-Rundtischgespräch zur Betriebstechnologie für die Industrie
  • eine Veranstaltung zu Rechenzentren (einschließlich Energieversorgung, innovative Technologie und Energieeffizienz)

Das Jahr in Bildern

Kontakt

Insa Illgen
Programm Director Thai-German Cooperation Energy
In vertrauensvoller, partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit dem
Thai Ministry of Energy (MoEN)

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