Seit 2019

Die Zusammenarbeit im Bereich Wasserstoff vertiefen und geothermisches Potenzial erschließen

  • Japan und Deutschland sehen sich bei ihrer Entwicklung zu bedeutenden Importeuren von Wasserstoff mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert. Dies war im Jahr 2025 eine wichtige Triebfeder der bilateralen Zusammenarbeit in der Wertschöpfungskette für Wasserstoff.
  • Die Partnerschaft bot Workshops für den praktischen Austausch über Wasserstoff an, die sich mit der Infrastruktur der Häfen, der Importreife sowie mit Finanzierungsmodellen, Investitionsrisiken und regulatorischen Hindernissen befassten.
  • Die Aufnahme eines neuen Bereichs der technischen Zusammenarbeit bei der Wasserstoffsicherheit und die Unterstützung eines Memorandum of Understanding (MoU) über die binationale Lieferkette für flüssigen Wasserstoff machen deutlich, dass die Partnerschaft nicht nur den politischen Dialog fördert, sondern auch den technischen Austausch und die Zusammenarbeit von Unternehmen.
  • Die Geothermie etablierte sich als ein neuer Bereich der Zusammenarbeit, wobei eine vergleichende Studie, ein Expertenworkshop und ein Austausch auf Regierungsebene den Grundstein für die künftige bilaterale Zusammenarbeit legten.
Dekarbonisierung
Außenwirtschaftsförderung
Main Text Politik und Industrie beim Thema Wasserstoff vereinen

Sowohl Japan als auch Deutschland bereiten sich darauf vor, bedeutende Importeure von Wasserstoff zu werden. Im Jahr 2025 unterstützte die Deutsch-Japanische Energiepartnerschaft die enge bilaterale Zusammenarbeit im Hinblick auf dieses gemeinsame strategische Ziel, indem sie einen regelmäßigen Austausch zwischen Regierungsvertreter*innen und der Industrie ermöglichte. Im Rahmen von Fachworkshops wurden kritische Themen erörtert – von der Hafeninfrastruktur über die Importreife bis hin zu Finanzierungsmodellen, Investitionsrisiken und regulatorischen Hindernissen für die Durchführung von Wasserstoffprojekten. Zum Jahresende richtete die Partnerschaft zudem einen neuen Bereich der technischen Zusammenarbeit bei der Wasserstoffsicherheit ein. Als Auftakt organisierte sie einen Workshop, zu dem spezialisierte Einrichtungen beider Länder zusammenkamen. Darüber hinaus stärkte die Partnerschaft die Beziehungen zwischen Unternehmen, indem sie die Unterzeichnung eines Memorandum of Understanding (MoU) zwischen fünf führenden japanischen und deutschen Unternehmen unterstützte, mit dem im September 2025 eine binationale Lieferkette für flüssigen Wasserstoff geschaffen wurde.

Neue Zusammenarbeit im Bereich der Geothermie

Sowohl Deutschland als auch Japan verfügen über große unerschlossene geothermische Ressourcen. Darin erkannte die Partnerschaft ein großes Potenzial für die bilaterale Zusammenarbeit in diesem Bereich. Um den Grundstein zu legen, führte das Team der Energiepartnerschaft (EP) eine vergleichende Studie der geologischen Bedingungen, der politischen Rahmenbedingungen und des wirtschaftlichen Potenzials in beiden Ländern durch. Die Studie ergab, dass zwischen den beiden Ländern zwar deutliche Unterschiede im Hinblick auf die Eigenschaften des Untergrunds und die Prioritäten für die geothermische Nutzung bestehen, sie jedoch beide mit denselben Herausforderungen konfrontiert sind. Im November kamen Fachkräfte aus der Forschung, der Regierung und der Industrie zu einem Expertenworkshop zusammen, um innovative Ansätze zu eruieren und die Bereiche zu bestimmen, in denen bilaterales Lernen besonders wirkungsvoll sein kann – wie beispielsweise Messtechnologien und saisonale Speicherlösungen. Darüber hinaus unterstützte ein Austausch auf Regierungsebene Japans Bemühungen um die Entwicklung eines Rechtsrahmens für die Geothermie.

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Auf einen Blick

1. Was haben die Partnerschaftsaktivitäten konkret bewirkt?

Über ihre Arbeitsgruppe Wasserstoff und andere fachspezifische Formate leistete die Deutsch-Japanische Energiepartnerschaft einen Beitrag zum Aufbau internationaler Wasserstofflieferketten und stärkte die Position deutscher Unternehmen in der globalen Wasserstoffwirtschaft.

Ein konkretes Ergebnis des Jahres 2025 ist beispielsweise, dass die Partnerschaft eine wirksame Plattform für die politische Moderation bot und damit die Teilnahme des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) an der feierlichen Unterzeichnung eines Memorandum of Understanding (MoU) zwischen fünf führenden Unternehmen beider Länder sowie einen vertiefenden Austausch zwischen Unternehmensvertreter*innen und der deutschen Regierungsdelegation im September ermöglichte. Die japanischen Unternehmen Kawasaki Heavy Industries, Toyota Motor Corporation und Kansai Electric Power sowie Daimler Truck und die HHLA Hamburger Hafen und Logistik AG planen die gemeinsame Einrichtung einer binationalen Lieferkette für flüssigen Wasserstoff. Die Initiative baut auf der japanischen Expertise über flüssigen Wasserstoff auf und positioniert Hamburg als potenzielles europäisches Drehkreuz für die Einfuhr von flüssigem Wasserstoff.

  • Wasserstoff: Im Jahr 2025 stand Wasserstoff weiterhin im Mittelpunkt der Zusammenarbeit. Sowohl Deutschland als auch Japan gingen von Demonstrationsprojekten zu einem großmaßstäblichen Ausbau über. Damit verlagerte sich der Schwerpunkt zunehmend auf die Schaffung günstiger Rahmenbedingungen für die Implementierung. Themen waren unter anderem die Wasserstoffsicherheit, der Aufbau der Infrastruktur und die bestehenden Finanzierungshürden im Zusammenhang mit der regulatorischen Unsicherheit, neuen Zertifizierungssystemen und langen Projektvorlaufzeiten.
  • Geothermie: Im Jahr 2025 etablierte sich die Geothermie als neuer Bereich der Zusammenarbeit. Ungeachtet ihrer unterschiedlichen geologischen Gegebenheiten verfügen sowohl Japan als auch Deutschland über erhebliche unerschlossene geothermische Ressourcen, deren Nutzung stärkere, nachhaltige und resiliente Energiesysteme ermöglichen und die Fortschritte in Bezug auf die CO2-Neutralität beschleunigen könnte. Darüber hinaus gibt es in Japan gegenwärtig bedeutende politische Impulse im Bereich der Geothermie. Hierzu zählt insbesondere die Förderung der nächsten Generation geothermischer Technologien, die Chancen für die Vertiefung der bilateralen Zusammenarbeit bietet.
  • Offshore-Windenergie: Angesichts der Marktunsicherheit und der laufenden Reformen in Japans Offshore-Windsektor legte das Team der Partnerschaft einen besonderen Schwerpunkt auf die Vertretung und Unterstützung der Interessen deutscher Unternehmen im japanischen Markt. Die Partnerschaft schuf Formate wie branchenspezifische Rundtischgespräche und leistete gezielte Beiträge zu hochrangigen Veranstaltungen und Messen, um die Anliegen deutscher Unternehmen – insbesondere in Bezug auf das Auktionsdesign – zusammenzuführen und in Austausche mit dem Partnerministerium einfließen zu lassen.
  • Außenwirtschaftsförderung:
    Die Deutsch-Japanische Energiepartnerschaft vertrat kontinuierlich die Interessen deutscher Unternehmen im japanischen Energiemarkt. Workshops, branchenspezifische Rundtischgespräche und Messen boten deutschen Unternehmen eine Plattform, um sich vorzustellen, eröffneten Möglichkeiten für die Vernetzung mit japanischen Partnern und ermöglichten einen direkten Austausch mit dem Ministerium, bei dem Anliegen vorgebracht und Lösungen ausgelotet wurden. Insbesondere im Offshore-Windsektor wurden die Anliegen der Branche in Bezug auf das Auktionsdesign im Rahmen der geschaffenen Formate zusammengeführt und flossen in den Dialog mit dem Partnerministerium ein.
  • Dekarbonisierung:
    Die Partnerschaft brachte die Dekarbonisierung im Zusammenhang mit einer breiten Palette von Themen voran. Die beiden Arbeitsgruppen zur Energiewende und zu Wasserstoff organisierten das ganze Jahr 2025 über Treffen und Aktivitäten und dienten als eine zentrale Plattform für den interministeriellen Austausch. Des Weiteren ermöglichten sie den fachlichen Austausch über Dekarbonisierungsstrategien, einschließlich der zentralen Aspekte der Wasserstoffwende. Ferner erweiterten sie ihre Dekarbonisierungsagenda um fachspezifische Wissensprodukte wie beispielsweise eine Studie über die Geothermie in Deutschland und Japan.
  • Energiesicherheit:
    Die Partnerschaft trug ferner zur Stärkung der Energiesicherheit bei. Sie förderte den Austausch über die Wasserstoffinfrastruktur sowie die Hafenbereitschaft und unterstützte die deutsch-japanische Zusammenarbeit bei der Lieferkette für flüssigen Wasserstoff. Damit trug sie dazu bei, die Diversifizierung der künftigen Wege für Energieimporte voranzubringen und die deutsch-japanischen Beziehungen im aufkommenden globalen Wasserstoffhandel zu vertiefen.

Für März 2026 ist in Tokio eine Fachveranstaltung zur deutsch-japanischen Zusammenarbeit im Bereich Wasserstoff unter dem Motto „From Research to Market: Strengthening Hydrogen Cooperation between Germany and Japan“ (Von der Forschung zum Markt: Stärkung der deutsch-japanischen Zusammenarbeit im Bereich Wasserstoff) geplant.

Das Jahr in Bildern

Kontakt

Jana Narita
Senior Manager der Deutsch-Japanischen Energiepartnerschaft
In vertrauensvoller, partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit dem
Ministry of Economy, Trade and Industry (METI)

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