Seit 2019
Partnerschaft mit Bestand: Vertiefung der Zusammenarbeit trotz Neuwahlen
- Beim 3. Steuerungsgruppentreffen in Seoul sprachen sich Vertreter der neu gewählten Regierungen in Deutschland und Korea für eine Vertiefung der energiepolitischen Kooperation aus.
- Jahrelanger kontinuierlicher politischer Dialog im Rahmen der Partnerschaft hat zur Entwicklung von Koreas „Special Act on Offshore Wind “ beigetragen, welches ein zentralisiertes Genehmigungssystem nach deutschem und dänischem Vorbild etabliert.
- Die Partnerschaft erleichtert deutschen Unternehmen den Einstieg in den koreanischen Offshore-Windmarkt.
Dekarbonisierung
Außenwirtschaftsförderung
Deutsch-koreanische Zusammenarbeit bleibt auch in Zeiten des politischen Übergangs konstant
Vorgezogene Wahlen in Korea und Deutschland machten das Jahr 2025 zu einem Jahr des politischen Übergangs in beiden Ländern, in der veränderte politische Prioritäten durch die neuen Regierungen gesetzt wurden. Die Kooperation in der Energiepartnerschaft blieb dabei konstant. Als Ausdruck ihres anhaltenden Engagements trafen sich hochrangige Vertreter beider Länder im Dezember 2025 in Seoul zum dritten 3. Treffen der Steuerungsgruppe und bekräftigten ihre Zusammenarbeit in Themenfeldern wie Offshore-Windenergie und Wasserstoff. Gleichzeitig vereinbarten sie zu weiteren Schlüsselthemen der Energiewende, zum Beispiel Batteriespeichern, zu kooperieren.
Erste Schritte in diesem Bereich wurden bereits 2025 mit einer gemeinsam Studie und einem B2B-Workshop zu Batteriespeichersystemen unternommen, welche den Grundstein für eine vertiefte Zusammenarbeit zu diesem Thema im Jahr 2026 legten.
Die Ausweitung der Offshore-Windenergie wird durch politischen Dialog und Industriezusammenarbeit unterstützt
Die Energiepartnerschaft fördert die deutsch-koreanische Zusammenarbeit im Bereich der Offshore-Windenergie seit 2019 und hat seitdem zentrale Herausforderungen, beispielsweise im Zusammenhang mit der öffentlichen Akzeptanz, Ausschreibungen und der Kosteneffizienz, im Rahmen von Arbeitsgruppen, öffentlichen Veranstaltungen und Formaten für den Stakeholder-Dialog in Angriff genommen. Dieser Austausch trug Früchte, als die Republik Korea im Frühjahr 2025 ihr „Sondergesetz für Offshore-Windenergie“ verabschiedete, mit dem ein zentrales Genehmigungssystem nach dem Vorbild des deutschen und des dänischen Systems eingeführt wurde. Über die Dialogformate und Kommunikationskanäle der Partnerschaft konnten deutsche Unternehmen praktische Informationen und Empfehlungen zum Gesetzgebungsprozess beisteuern. Neben dem politischen Dialog spielt auch das Deutsch-Koreanische Wirtschaftsforum zur Offshore-Windenergie weiterhin eine zentrale Rolle dabei, Kontakte zwischen deutschen Unternehmen und dem koreanischen Markt herzustellen. Seit seiner Einrichtung im Jahr 2021 sicherten sich deutsche Unternehmen Projektlizenzen, etablierten sich als Turbinenlieferanten und gründeten Joint Ventures mit koreanischen Partnern.
Auf einen Blick
1. Was haben die Partnerschaftsaktivitäten konkret bewirkt?
Im Frühjahr 2025 verabschiedete die koreanische Nationalversammlung das „Sondergesetz für Offshore-Windenergie“. Das neue koreanische Genehmigungssystem für Offshore-Windprojekte weist Merkmale des deutschen und des dänischen Systems auf. Offshore-Windenergie ist seit der Gründung der Energiepartnerschaft im Jahr 2019 ein zentrales Thema der Zusammenarbeit. Die Gestaltung des neuen koreanischen Systems ist ein Beispiel für die Auswirkungen eines langjährigen, kontinuierlichen Austauschs über politische Strategien. Zudem macht sie deutlich, wie wichtig es ist, deutschen Unternehmen, die im koreanischen Energiesektor tätig sind, Plattformen bereitzustellen, über die sie Rückmeldungen geben können.
2. Welche Themenbereiche waren besonders relevant?
- Einsatz erneuerbarer Energien in großem Maßstab: Trotz sich verändernder politischer Prioritäten bleibt das Engagement für die Erreichung der Klimaneutralität bis Mitte des Jahrhunderts in beiden Ländern stark. Die diesjährige Zusammenarbeit konzentrierte sich daher auf den groß angelegten Einsatz von erneuerbaren Energien in großem Maßstab und deren Integration in das Stromnetz. Um die nationalen Klimaziele zu erreichen, wollen beide Länder den Ausbau erneuerbarer Energien deutlich vorantreiben und zentrale Herausforderungen bei der Netzintegration bewältigen. Diese Themen wurden auf dem 7. Koreanisch-Deutschen Energietag sowie im Treffen der Arbeitsgruppe diskutiert. Darüber hinaus wurden die praktischen Herausforderungen beim Ausbau der Offshore-Windenergie auf dem 4. Business Forum on Offshore Wind sowie in einem Round Table zur staatlichen Vergabe und Ausweisung von Offshore-Windflächen adressiert.
- Batteriespeicher: Bereits im letzten Jahr wurden Batteriespeicher als neues Schwerpunktthema der deutsch-koreanischen Kooperation beschlossen, denn Energiespeicher sind ein zentraler Baustein dekarbonisierter Stromsysteme und begünstigen die Integration variabler erneuerbarer Energien. Korea zählt bereits jetzt zu den weltweit führenden Produzenten von Batterien und plant auch im Inland seine Speicherkapazitäten ausbauen. Deutschland wiederum verfügt über einen starken Batterieforschungssektor. Dadurch ergeben sich mehrere potenzielle Kooperationsfelder, die 2026 weiter vertieft werden sollen.
Wasserstoff: Wasserstoff bleibt ein hochrelevantes Thema der Zusammenarbeit im Rahmen der Deutsch-Koreanischen Energiepartnerschaft. Sauberer Wasserstoff spielt eine zentrale Rolle in den Dekarbonisierungsstrategien beider Länder, und die komplementären Stärken bieten erhebliches Kooperationspotenzial: Korea hat sich als führendes Land im Bereich der Wasserstoffbetankungsinfrastruktur und der Brennstoffzellenfahrzeuge etabliert, während Deutschland umfangreiches Know-how in der Elektrolysetechnologie und der großtechnischen Wasserstoffproduktion einbringt.
3. Wie haben die Aktivitäten auf die übergreifenden Zielen – Energiesicherheit, Dekarbonisierung und Außenhandelsförderung – eingezahlt?
Dekarbonisierung
Die Energiepartnerschaft trägt durch verschiedene Aktivitäten in den Arbeitsgruppen „Energiewende“ und „Neue grüne Energietechnologien“ zur Dekarbonisierung in beiden Ländern bei.
So fördert beispielsweise die 6. Deutsch-Koreanische Wasserstoffkonferenz den politischen und fachlichen Austausch zur Entwicklung der Wasserstoffwirtschaft und dafür notwendiger Technologien in Deutschland und Korea. Ergänzend dazu setzten Publikationen wie die Studie zu Batteriespeichersystemen in Korea und Deutschland weitere Impulse für die Zusammenarbeit zur Dekarbonisierung der Stromsysteme in Deutschland und Korea.
Förderung des Außenhandels
Veranstaltungen wie das 4. Korean-German Business Forum on Offshore Wind, der 7. Deutsch-Koreanische Energietag und spezielle Workshops bieten deutschen Unternehmen die Möglichkeit, ihr Know-how zu präsentieren, ihre Netzwerke zu erweitern und konkrete Anliegen direkt an die Ministerien heranzutragen. Das Korean-German Business Forum on Offshore Wind ist dabei ein besonders etabliertes Format, welches Unternehmen ermöglicht, zentrale Herausforderungen im koreanischen Markt zu diskutieren und Netzwerke gezielt zu erweitern.
4. Welche Aktivitäten sind für 2026 geplant?
Der achte Deutsch-Koreanische Energietag in Deutschland.