Seit 2018
Eröffnung des Ausbildungszentrums: die Expertise durch Wissenstransfer steigern
- Das Ausbildungszentrum als Drehkreuz für grüne Fähigkeiten: fachliche Kompetenzen aufbauen und deutsche Technologien in Usbekistan fördern.
- Praxisorientierte Kompetenzentwicklung: Programm für die Ausbildung von Ausbildenden zu Multiplikator*innen.
- Qualifikation von Ausbildenden: energieeffiziente Gebäude, Solarthermie, Photovoltaik, Wärmepumpen, Beheizung von Gewächshäusern.
- Wissenstransfer in den Markt: Schulung für etwa 60 Fachkräfte (Ingenieur*innen, Gebäudemanager*innen, Installateur*innen, Architekt*innen und Planer*innen).
- Nachhaltige Wirkung und Außenwirtschaftsförderung: unabhängige Durchführung und Skalierung von Schulungen, bessere Markteintrittschancen für deutsche Unternehmen und gestärkte bilaterale Zusammenarbeit.
Dekarbonisierung
Außenwirtschaftsförderung
Im Juni 2025 wurde in Taschkent das deutsch-usbekische Ausbildungszentrum für Energieeffizienz und erneuerbare Energie eröffnet. Betrieben wird diese Einrichtung vom Nationalen Wissenschaftlichen Forschungsinstitut für erneuerbare Energiequellen (National Scientific Research Institute of Renewable Energy Sources, NIRES). Das Ausbildungszentrum dient als wichtiges Drehkreuz für den Aufbau grüner Fähigkeiten. Damit unterstützt es die Energiewende in Usbekistan, indem es Fachkompetenzen vermittelt und die Einführung deutscher Technologien fördert und erleichtert, insbesondere in den Bereichen Energieeffizienz, Systeme für erneuerbare Energien und Netzintegration.
Zentrales Ziel war es, deutsche Expertise in praktische, lokal relevante Schulungsformate zu überführen, die eine langfristige Marktanbindung ermöglichen. Deutsche Expert*innen arbeiteten eng mit usbekischen Partnern zusammen, um anwendungsorientierte Lehrpläne zu entwickeln und ein umfassendes Programm für die Ausbildung von Ausbildenden einzuführen. Nationale Ausbildende wurden erfolgreich in den Bereichen energieeffiziente Gebäude, Solarthermiesysteme, Photovoltaikanlagen, Wärmepumpen und Gewächshausbeheizung geschult.
Diese Ausbildenden gaben ihr Wissen anschließend an etwa 60 Fachkräfte weiter, darunter Ingenieur*innen, Manager*innen öffentlicher Gebäude, Installateur*innen, Architekt*innen und Planer*innen. Deutsche Unternehmen beteiligten sich mit Gastvorlesungen und fachlichem Input und stellten einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen den Schulungsinhalten und marktfähigen Lösungen her. Im Zuge dessen stellten sie sicher, dass das Ausbildungszentrum den Bedarfen deutscher Unternehmen gerecht wird.
Inzwischen geht das Zentrum schrittweise dazu über, die Schulungen unabhängig durchzuführen und auszuweiten. Durch die Einbindung deutscher Standards und Technologien in die lokalen Qualifikationsstrukturen unterstützt das Projekt die nachhaltige Kompetenzentwicklung, stärkt die Verbindungen zur Wirtschaft und schafft eine dauerhafte Plattform für die bilaterale wirtschaftliche Zusammenarbeit.
Präsident Shavkat Mirziyoyev erklärte 2025 einer Mitteilung seines Pressedienstes zufolge zum „Jahr des Umweltschutzes und der grünen Wirtschaft“. Darauf aufbauend hat sich Usbekistan das Ziel gesetzt, bis 2030 54 Prozent seines Stroms aus erneuerbaren Energien zu gewinnen, um den zunehmenden Bedarf zu decken, der voraussichtlich bis 2035 auf 121 Milliarden Kilowattstunden steigen wird.
Dieser Aufschwung im Bereich der erneuerbaren Energien umfasst sowohl Kleinwasserkraftwerke als auch Solar- und Windkraftanlagen und wird voraussichtlich sowohl in der Bau- als auch in der Betriebsphase Arbeitsplätze sowie wirtschaftliche Chancen im Energiesektor schaffen. Zudem fließen erhebliche ausländische Investitionen in usbekische Projekte für saubere Energie. Dadurch wird der Übergang zu einer grüneren Wirtschaft verstärkt und das Engagement der lokalen Industrie unterstützt.
Auf einen Blick
1. Was haben die Partnerschaftsaktivitäten konkret bewirkt?
Das konkreteste Ergebnis der Aktivitäten der Partnerschaft im Jahr 2025 war die erfolgreiche Eröffnung des deutsch-usbekischen Ausbildungszentrums für Energieeffizienz und erneuerbare Energie beim Nationalen Wissenschaftlichen Forschungsinstitut für erneuerbare Energiequellen (NIRES) in Taschkent.
Nach seiner offiziellen Eröffnung im Juni 2025 nahm das Zentrum seine Arbeit auf: In Zusammenarbeit mit deutschen Expert*innen wurden fünf Module zur Ausbildung von Ausbildenden durchgeführt, in deren Rahmen eine erste Gruppe usbekischer Ausbildender in zentralen Technologiebereichen wie energieeffiziente Gebäude, Solarthermiesysteme, Photovoltaikanlagen, Wärmepumpen und energieeffiziente Gewächshausbeheizung geschult wurde.
Diese neu qualifizierten Ausbildenden führten anschließend selbstständig sechs Ausbildungskurse durch, an denen etwa 60 Fachkräfte aus ganz Usbekistan teilnahmen, darunter Ingenieur*innen, Manager*innen öffentlicher Gebäude, Installateur*innen, Architekt*innen und Planer*innen. Damit wurde die erste erfolgreiche Übertragung der Ausbildungsverantwortung auf lokale Partner vollzogen und der Grundstein für eine nachhaltige, lokal verankerte Kompetenzentwicklung im Energiesektor gelegt.
2. Welche Themenbereiche waren besonders relevant?
Grüne Fähigkeiten: Kompetenzentwicklung in den Bereichen Energieeffizienz und erneuerbare Energie
Im Rahmen seines Programms für den Übergang zu einer grünen Wirtschaft hat sich Usbekistan für die nächsten Jahre ehrgeizige Ziele gesteckt. Bis 2030 soll die Energieintensität um 30 Prozent (gegenüber dem Niveau von 2021) gesenkt und der Anteil erneuerbarer Energiequellen am Strommix des Landes auf 54 Prozent erhöht werden. Das Erreichen dieser Ziele setzt voraussichtlich die Schaffung von mehr als 100.000 neuen grünen Arbeitsplätzen voraus. Um diesem Bedarf Rechnung zu tragen, rief der Energiedialog das Projekt für ein deutsch-usbekisches Ausbildungszentrum ins Leben, das den Wissenstransfer und den Kapazitätsaufbau in den Bereichen Energieeffizienz und erneuerbare Energien in ganz Usbekistan fördern soll.
3. Was waren die größten Herausforderungen bei der Umsetzung der Aktivitäten und wie wurden sie gelöst?
Die größte Herausforderung war die organisatorische Komplexität bei der Einrichtung des deutsch-usbekischen Ausbildungszentrums.
Diese Herausforderung wurde durch die enge Abstimmung mit der usbekischen Partnerorganisation NIRES, die Einbindung deutscher Expert*innen und strategische politische Unterstützung bewältigt.
4. Wie haben die Aktivitäten auf die übergreifenden Zielen – Energiesicherheit, Dekarbonisierung und Außenhandelsförderung – eingezahlt?
Der Aufbau grüner Fähigkeiten ist eine maßgebliche Triebfeder für eine wirksame Dekarbonisierung und Außenwirtschaftsförderung. Er verbessert die technische Umsetzungsfähigkeit, dämmt die Umwelt-, Sozial- und Governance-Risiken (ESG-Risiken) ein und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen auf internationalen Märkten. Dies kommt insbesondere deutschen Unternehmen zugute. Das deutsch-usbekische Ausbildungszentrum wirkte mit seinen praxisorientierten Ausbildungsprogrammen aktiv auf dieses Ziel hin.
Um eine große praktische Relevanz sicherzustellen, wurden Gastvorlesungen deutscher Unternehmen in die Kurse integriert. Darüber hinaus unterstützte die Abstimmung mit Stakeholdern der Privatwirtschaft die gezielte Auswahl und Einbindung qualifizierter Teilnehmender.
Mit diesen Maßnahmen leistete das Ausbildungszentrum unmittelbar einen Beitrag zur Schaffung günstiger Rahmenbedingungen für Investitionen und Pilotvorhaben in Usbekistan, insbesondere unter Beteiligung deutscher Unternehmen.
5. Welche Aktivitäten sind für 2026 geplant?
Im Jahr 2026 wird der Schwerpunkt des Deutsch-Usbekischen Energiedialogs darauf liegen, die operativen Strukturen des deutsch-usbekischen Ausbildungszentrums zu konsolidieren und wirtschaftlich zu stabilisieren. Zugleich soll die Partnerorganisation NIRES in die Lage versetzt werden, das Zentrum zunehmend selbstständig zu verwalten.
Das Programm sieht die Durchführung von sechs Aufbaukursen mit deutschen Expert*innen vor, um die usbekischen Ausbildenden weiter zu qualifizieren. Darüber hinaus ist geplant, dass usbekische Ausbildende regelmäßig sechs Kurse anbieten, um die nachhaltige lokale Kompetenzentwicklung sicherzustellen.
Kontakt
Elena Metzger
Project Director
Central Asia, Türkiye, South Caucasus, International Cooperation, dena