Seit 2007
Deutschland und China: Strategien für eine resiliente Energiezukunft gestalten
- Deutschland und China haben eine neue Phase der Energiewende erreicht, in der das Management der Systemkomplexität, der Integration und der Flexibilität ebenso wichtig ist wie der Ausbau erneuerbarer Energien.
- Die Deutsch-Chinesische Energiepartnerschaft stärkte die Energiesicherheit durch den Dialog über die Gestaltung des Strommarktes, Netzflexibilität, die Integration erneuerbarer Energien und neue Themenbereiche wie die Energiemeteorologie.
- Gezielte Demonstrationsprojekte in schwer dekarbonisierbaren Sektoren – wie beispielsweise der Zementindustrie – machten deutlich, wie mit begrenzten öffentlichen Mitteln erhebliche private Investitionen mobilisiert und die nationalen politischen Rahmenbedingungen mitgestaltet werden können.
- Die Zusammenarbeit bei Wärmepumpen verbesserte die Klarheit des regulatorischen Rahmens sowie die Standards und schuf damit besser vorhersehbare Marktbedingungen für hochwertige deutsche Technologien.
- Die regelbasierte Zusammenarbeit auf Augenhöhe steigerte die wirtschaftliche Resilienz, die industrielle Wettbewerbsfähigkeit und die Klimaambitionen in beiden Ländern.
Energiesicherheit
Dekarbonisierung
Außenwirtschaftsförderung
Im Jahr 2025 trieben Deutschland und China ihre Energiewende in einem zunehmend komplexen Umfeld voran. Deutschland, das mittlerweile 56 Prozent seines Stroms aus erneuerbaren Energien bezieht, modernisierte seine Netze, Märkte und Flexibilitätsmechanismen, wobei der Schwerpunkt auf Wettbewerbsfähigkeit und Erschwinglichkeit lag. China baute seine Wind- und Solarkapazitäten weiterhin zügig aus, allerdings entfielen weiterhin mehr als 60 Prozent seiner Stromerzeugung auf Kohle. Das Land stand vor der dringenden Herausforderung, ein zuverlässiges, sauberes und zukunftssicheres Energiesystem aufzubauen, um dem steigenden Bedarf gerecht zu werden. Zwar durchliefen Deutschland und China im Jahr 2025 unterschiedliche Phasen, jedoch arbeiteten beide Länder an integrierten, flexiblen Energiesystemen, die für Versorgungssicherheit sorgen und dem wirtschaftlichen Wachstum zugutekommen.
Die Versorgung durch die Integration erneuerbarer Energien und Flexibilität sichern
Die Energiepartnerschaft unterstützte diese Transformation durch einen strukturierten politischen Dialog und fachlichen Austausch, wobei der Schwerpunkt auf der Gestaltung des regulatorischen Rahmens, den Strommärkten, Netzflexibilität und dezentralen erneuerbaren Energien lag. Im Jahr 2025 wurden die Gespräche auf die Bereiche Energiemeteorologie und grüne Rechenzentren erweitert, um Herausforderungen wie die wetterabhängige Energieversorgung und den steigenden Bedarf an Rechenleistung anzugehen. Die Energiepartnerschaft führte deutsches und europäisches Fachwissen über Regulierung, die Rahmenbedingungen des Marktes und Geschäftsmodelle mit Chinas Größe und seinem Tempo bei der Systemintegration zusammen und unterstützte damit den Aufbau resilienter Energiesysteme sowohl in Deutschland als auch in China – in beiden Ländern machen erneuerbare Energien bereits hohe Anteile aus, und in beiden ist ein steigender Bedarf zu verzeichnen.
Dekarbonisierung der Industrie: vom Pilotprojekt zur Strategie
In der Zementindustrie haben Pilotinitiativen mit Schwerpunkt auf der Energieeffizienz und der Substitution durch alternative Brennstoffe die CO2-Emissionen jährlich um mehr als 360.000 Tonnen gesenkt und private Investitionen in Höhe von etwa 15 Millionen Euro mobilisiert. Diese Ergebnisse flossen in Chinas 15. Fünfjahresplan zur Energieeffizienz (2026 bis 2030) ein und machten deutlich, wie gezielte öffentliche Förderung privates Kapital erschließen, die Dekarbonisierung in schwer dekarbonisierbaren Sektoren vorantreiben und den Markt für deutsche kohlenstoffarme Lösungen erweitern kann.
Sauberes Heizen durch die Verbesserung der Marktbedingungen vorantreiben
Die langfristige Zusammenarbeit im Bereich des kohlenstoffarmen Heizens machte deutlich, wie die Energiepartnerschaft eine Brücke zwischen politischem Dialog und industriellem Fachwissen schlägt, um die Einführung von Lösungen für eine saubere Wärmeversorgung voranzutreiben. Sowohl in Chinas Nationalem Aktionsplan für Wärmepumpen für das Jahr 2025 als auch in den laufenden Gesprächen über die Anerkennung von Umweltwärme als erneuerbare Energie in den Rechtsvorschriften kamen die Beiträge deutscher Stakeholder deutlich zur Geltung. Dies trug dazu bei, dass vorhersehbare Marktbedingungen für hochwertige deutsche Lösungen für eine saubere Wärmeversorgung geschaffen wurden.
Warum ist die Systemintegration heute komplexer und wichtiger?
Höhere Anteile erneuerbarer Energien haben eine stärkere Wetterabhängigkeit zur Folge. Netze, Märkte, Speicher und digitale Instrumente müssen in Echtzeit interagieren, um einen Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage zu schaffen und zugleich dafür zu sorgen, dass die Kosten und Risiken kontrollierbar bleiben.
Auf einen Blick
1. Was haben die Partnerschaftsaktivitäten konkret bewirkt?
- Demonstrationsmaßnahmen in der Zementindustrie mit Auswirkungen auf die Dekarbonisierung, Investitionen, die Politik und den Markt (siehe Haupttext)
- Wärmepumpen: Auswirkungen auf den Nationalen Aktionsplan und Einfluss auf die Überarbeitung von Rechtsvorschriften (laufend)
- Wasserstoff: Durch die Berichterstattung über die Entwicklungen, die sich im Jahr 2025 in China im Bereich Wasserstoff vollzogen haben, wurde die Expertise der deutschen Regierung in Bezug auf neue industrielle Entwicklungen in China erweitert.
2. Welche Themenbereiche waren besonders relevant?
Die Strommarktreform, da China neue politische Maßnahmen zur Transformation der marktorientierten Entwicklung erneuerbarer Energien verabschiedet hat.
Die Entwicklungen im Bereich Wasserstoff in China
China ist einer der dynamischsten Märkte für grünen Wasserstoff. Die Energiepartnerschaft verfolgt die Entwicklungen in China sorgfältig und stellt regelmäßig Aktualisierungen und Analysen für deutsche politische Entscheidungsträger*innen und Unternehmen bereit.
Demonstrationsmaßnahmen zur Energieeffizienz und Dekarbonisierung in Industrieparks
China treibt die grüne und kohlenstoffarme Transformation seiner Industrieparks – auf die der Löwenanteil des landesweiten Energieverbrauchs entfällt – zu einer zentralen Säule seiner dualen CO2-Strategie zügig voran. Dabei stützt es sich auf umfassende nationale Leitlinien, Pilotprogramme und eine breit angelegte Investitionsförderung zur Beschleunigung der systematischen, landesweiten Einführung kohlenstofffreier Industrieparks.