Seit 2022

Der weitere Ausbau der Dialogplattform für grünen Wasserstoff und die Kostenanalyse für Wasserstoffprojekte im Fokus

  • Im Jahr 2025 errichtete die Partnerschaft die sektorübergreifende Dialogplattform für grünen Wasserstoff (Green Hydrogen Dialogue Platform, GH2P) für den öffentlichen Sektor und die Privatwirtschaft. Darüber hinaus unterstützte sie zwei große Wasserstoffkonferenzen in Ägypten – das regionale Finanzierungsforum für grünen Wasserstoff und die Hydrogen in Africa Conference in Kairo. Des Weiteren wurde gemeinsam mit der AHK Ägypten eine neue, auf Unternehmen zugeschnittene Veranstaltungsreihe zum Thema Wasserstoff ins Leben gerufen, die als Business Case Lab für Wasserstoff konzipiert wurde.
  • Es wurden Schulungen sowie eine Marktstudie durchgeführt, deren besonderer thematischer Schwerpunkt auf den Kosten von Projekten für grünen Wasserstoff und den Wettbewerbsfaktoren des ägyptischen Marktes für grünen Wasserstoff lag.
Energiesicherheit
Dekarbonisierung
Hintergrund

Die Deutsch-Ägyptische Partnerschaft für grünen Wasserstoff dient als Plattform für den strategischen und politischen Dialog. Ziel ist es, die Zusammenarbeit zwischen Ägypten und Deutschland im Bereich Wasserstoff zu intensivieren. Im Kern zielt die Partnerschaft darauf ab, Ägypten dabei zu unterstützen, sich als führendes regionales Drehkreuz für grünen Wasserstoff zu etablieren und seine nationale Wasserstoffstrategie umzusetzen. Darüber hinaus fördert die Partnerschaft aktiv die deutsche Beteiligung an der Projektentwicklung, am Technologietransfer und an Unternehmenskooperationen, indem sie Kontakte zwischen deutschen Unternehmen der Wasserstoff-Wertschöpfungskette und Geschäftsopportunitäten in Ägypten herstellt.

Der weitere Ausbau der Dialogplattform für grünen Wasserstoff und die Kostenanalyse für Wasserstoffprojekte im Fokus

Aufbauend auf der Dialogplattform für grünen Wasserstoff, den die Deutsch-Ägyptische Partnerschaft für grünen Wasserstoff Ende 2024 ins Leben gerufen hat, richtete die Partnerschaft im Jahr 2025 eine Reihe von Veranstaltungen aus, um den Austausch zwischen öffentlichen Einrichtungen, politischen Entscheidungsträger*innen, technischen Expert*innen und Führungskräften aus der Industrie zu fördern. Diese Treffen, bei denen etwa 250 Teilnehmende zusammenkamen, ermöglichten einen strukturierten, sektorübergreifenden Dialog und die Vertiefung der Kenntnisse über Technologien für grünen Wasserstoff und die einschlägigen Wertschöpfungsketten. Darüber hinaus trugen sie zu einer Annäherung der Erwartungen der unterschiedlichen Akteur*innen der Branche bei.

Thematisch lag der Schwerpunkt der Dialogplattform im Jahr 2025 auf den für die Kostensenkung und Wettbewerbsfähigkeit ägyptischer Projekte für grünen Wasserstoff maßgeblichen Faktoren und deren Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit der Projekte und nachhaltige Geschäftsmodelle. Im Rahmen dieser Bemühungen wurden gezielte Schulungen zur Kompetenzentwicklung für ägyptische Einrichtungen durchgeführt, darunter auch zu den Themen Projektfinanzierung und Wasserstoffgestehungskosten (Levelised Cost of Hydrogen, LCOH). Letztere sind eine maßgebliche Messgröße für die Evaluierung und den Vergleich der Wirtschaftlichkeit von Projekten für grünen Wasserstoff.

Ergänzt wurden die Schulungen durch Praxisworkshops mit Vertreter*innen der Branche und die Unterstützung von Wasserstoffkonferenzen in Ägypten, deren Schwerpunkt auf den Themen Projektkosten und ‑finanzierung lag. Um diese Aktivitäten zu konsolidieren, nahm die Deutsch-Ägyptische Partnerschaft für grünen Wasserstoff zudem gemeinsam mit einheimischen Fachkräften eine Analyse des aktuellen Marktes für grünen Wasserstoff vor. Diese Studie bietet einen klaren, datengestützten Fahrplan für die Beschleunigung der Marktreife Ägyptens und die Verbesserung seiner globalen Wettbewerbsfähigkeit. Auf der Website der Energiepartnerschaft wird eine Zusammenfassung der Studie mit praktischen Orientierungshilfen bereitgestellt.

Welche Meilensteine bei der Wasserstoffpartnerschaft 2025 anstanden, teilen Ragad Kheireldin und Diana Kraft-Schäfer in dieser Sprachnachricht.

Ein gemeinsamer Raum für das Lernen

May Khattab, Climate Change and Sustainability Manager bei der AHK Ägypten, schildert ihre Sichtweise und erläutert, wie die Partnerschaft alle relevanten Stakeholder zusammenführt, um Projekte gemeinsam und im Rahmen eines zukunftsorientierten Ansatzes anzugehen.

Diese Schulung bietet eine hervorragende Möglichkeit, einen Überblick über zentrale Finanzierungsthemen und die besonderen Anforderungen der Entwicklungsfinanzierer zu vermitteln.
Ing. Ahmed Osama
Ägyptisches Ministerium für Erdöl und Bodenschätze (Ministry of Petroleum and Mineral Resources), General Manager

Auf einen Blick

1. Was haben die Partnerschaftsaktivitäten konkret bewirkt?

Das Know-how und das Bewusstsein der im Bereich Wasserstoff tätigen öffentlichen Stellen – wie beispielsweise der ägyptischen Ministerien für Elektrizität und Erdöl, sowie von Versorgungsunternehmen, Energieagenturen und Übertragungsnetzbetreibern – in Bezug auf die Kostentreiber bei Wasserstoffprojekten, insbesondere die Wasserstoffgestehungskosten, wurden verbessert. Darüber hinaus wurden politische Entscheidungsträger*innen dafür sensibilisiert, Einfluss auf die Kostentreiber zu nehmen, wann immer dies möglich ist, um die Projektkosten zu senken und die weitere erfolgreiche Entwicklung von Projekten für grünen Wasserstoff in Ägypten zu unterstützen. Hierfür wurden ihnen Handlungsoptionen aufgezeigt.

Insgesamt lag der thematische Schwerpunkt der ägyptischen Energiepolitik im Jahr 2025 auf der Beschleunigung des Ausbaus erneuerbarer Energien, der Förderung von Projekten für grünen Wasserstoff, der damit verbundenen Verbesserung der Netzinfrastruktur und der Sicherstellung einer zuverlässigen Erdgasversorgung. Im Bereich der erneuerbaren Energien baute Ägypten im Jahr 2025 seine Solar- und Windkapazitäten um 2 Gigawatt aus. Im Mittelpunkt der politischen Maßnahmen standen öffentlich-private Partnerschaften, Stromabnahmeverträge (Power Purchase Agreements, PPA) sowie Betreibermodelle. Ziel war es, die Solar- und Windkapazitäten um 6,47 Gigawatt zu erweitern. Damit nähert sich Ägypten seinem nationalen Ziel, den Anteil erneuerbarer Energien bis 2030 auf 42 Prozent zu steigern. Dieses Ziel ist auch in der nationalen Strategie für kohlenstoffarmen Wasserstoff verankert.

Darüber hinaus begann 2025 in Ägyptens grüner Wasserstoffwirtschaft eine Abkehr von der sehr starken Ausrichtung auf den internationalen Exportmarkt für grünen Wasserstoff, die bislang für die Projektentwicklung maßgeblich war. Stattdessen nahm man auch die Erschließung des inländischen Marktes für grünen Wasserstoff sowie die Nutzung von grünem Wasserstoff in der heimischen Herstellung dekarbonisierter Produkte (Düngemittel, Stahl, Zement) in den Blick. Letztere ist auch für den Ausbau der Infrastruktur und erfolgreiche Pilotprojekte relevant, die mittelfristig auch der Infrastruktur für die Ausfuhr von grünem Wasserstoff zugutekämen. Diese neue Perspektive trägt auch der gegenwärtig nachlassenden Nachfrage der Abnehmer in der Europäischen Union und weltweit Rechnung.

Da ein wichtiger Schwerpunkt der Energiepartnerschaft auf grünem Wasserstoff liegt, stellte die Lage auf dem Weltmarkt und dem Markt der Europäischen Union – insbesondere die Tatsache, dass die Nachfrage der Abnehmer in Deutschland und der Union aufgrund der höheren Produktionskosten geringer ausfiel als erwartet – für die Aktivitäten der Partnerschaft im Jahr 2025 eine bedeutende Herausforderung dar.

Dies führte zunächst zu Unsicherheit bei den Partnern im Hinblick auf die Anpassung ihrer jeweiligen Workstreams und Aktivitäten im Rahmen der Partnerschaft.

Hintergrund: Zu Beginn des Jahres 2025 wurde weltweit öffentlich darüber diskutiert, dass die Wasserstoffgestehungskosten aufgrund des teuren Stroms aus erneuerbaren Energien (bis zu 60 Prozent der Kosten) und der geringen Produktionsmengen, die keine Skaleneffekte zuließen, nach wie vor unverhältnismäßig hoch waren. Die Energiepartnerschaft nahm jedoch Anpassungen an die Situation vor: Zum einen befasste sie sich im Wege unterschiedlicher Aktivitäten konkret mit den Kostenfaktoren von Projekten für grünen Wasserstoff und der Frage, wie diese Kosten gesenkt werden können (vgl. Punkt 1 sowie Haupttext und Kernbotschaften). Zum anderen unterstützte sie den Dialog über die Weiterentwicklung des inländischen Wasserstoffmarktes und der ägyptischen Industrie im Rahmen der Dialogplattform für grünen Wasserstoff.

Beitrag zur Dekarbonisierung: Mit ihrer auf Unternehmen zugeschnittenen Veranstaltungsreihe zum Thema Wasserstoff, die sie gemeinsam mit der AHK Ägypten organisierte, trug die Energiepartnerschaft zu den Bemühungen um die Dekarbonisierung bei. Den Auftakt der Reihe bildete im Jahr 2025 ein Business Case Lab für Wasserstoff, das 2026 fortgeführt wird.

Damit bietet das Sekretariat der Energiepartnerschaft gemeinsam mit der AHK Ägypten ein praxisorientiertes Format, mit dem Unternehmen mögliche Projekte und Geschäftsszenarien in ausgewählten, auch weniger augenfälligen Bereichen des Marktes und der Wertschöpfungskette für Wasserstoff ausmachen können. Beispiele hierfür sind der ägyptische Tourismussektor am Roten Meer, die Gewinnung von Wasserstoff aus Abfällen, oder auch Wasserstoff bzw. grünes Ammoniak in der lokalen Industrie (Düngemittel, Chemie, Stahl, Zement) für die kohlenstoffarme Produktion und eine damit einhergehende Dekarbonisierung dieser Industriezweige.

Auf diese Weise konnten Ideen und Ansätze für die Dekarbonisierung in unterschiedlichen treibhausgasintensiven Sektoren, wie beispielsweise Tourismus, Verkehr, kommunale Abfälle und Industrie, entwickelt werden. Durch die Erweiterung der Möglichkeiten für die heimische Wasserstoffnutzung legte die Energiepartnerschaft auch den Grundstein für erfolgreiche Pilotprojekte und die Entwicklung wichtiger Infrastrukturen, die für die künftige Ausfuhr von grünem Wasserstoff oder Power-to-X-Produkten (PtX-Produkten) nach Deutschland und in die Europäische Union erforderlich sind. Damit leistete sie einen Beitrag zu einer sinnvollen CO2-Reduktion, insbesondere in schwer dekarbonisierbaren europäischen Industrien.

  • Im Rahmen der Dialogplattform für grünen Wasserstoff für die Privatwirtschaft und den öffentlichen Sektor sind mindestens sieben weitere Workshops und/oder Schulungen geplant. Ziel ist es, auf der Grundlage von Arbeitsgruppen mit Stakeholdern und der Festlegung vorrangiger Handlungsfelder für die weitere Marktentwicklung einen Fahrplan für grünen Wasserstoff für Ägypten – eines der zentralen Produkte der Dialogplattform – zu erarbeiten.
  • Im Rahmen der auf Unternehmen zugeschnittenen Veranstaltungsreihe zum Thema Wasserstoff, die gemeinsam mit der AHK Ägypten organisiert wird, sind etwa sechs Veranstaltungen/Workshops zu Geschäftsszenarien und zur Projektentwicklung geplant.
  • Gemeinsam mit der Deutschen Energie-Agentur (dena) soll eine Beratung zur Energiesystemplanung im Zusammenhang mit den Zielen und der Strategie Ägyptens für Wasserstoff durchgeführt werden. Ziel ist es, deutsche Erfahrungen im Bereich der Energieplanung einzubeziehen, wobei ein Schwerpunkt auf der Planung von Governance-Strukturen liegen soll. In diesem Zusammenhang werden unter anderem Fachworkshops und Expertentreffen in Ägypten und/oder Deutschland stattfinden.

Gemeinsam die Zukunft der Energie gestalten

Dr. Ali Ahmed Ali, Direktor für Energieforschung und ‑studien beim ägyptischen Ministerium für Elektrizität und erneuerbare Energien (Ministry of Electricity and Renewable Energy), erläutert, wem die Aktivitäten der Wasserstoffpartnerschaft zugutekommen und warum dies so wertvoll ist.

Das Jahr in Bildern

Grünen Wasserstoff in Ägypten fördern

Ing. Alaa Kamal von INP Egypt LLC beschreibt die enge Partnerschaft zwischen Ägypten und Deutschland und erläutert drei entscheidende Säulen für die Entwicklung von Wasserstoffprojekten: moderne Technologie, Finanzinvestitionen und sichere Abnahmeverträge.

Kontakt

Diana Kraft-Schäfer

Sekretariatsleitung der Deutsch-Ägyptischen Grüne Wasserstoff Partnerschaft  (GH2P)

Bleiben Sie auf dem Laufenden

In vertrauensvoller, partnerschfatlicher Zusammenarbeit mit dem
Egyptian Ministry of Electricity and Renewable Energies (MoERE)

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