Seit 2022

Die Zusammenarbeit intensivieren und erweitern

  • Im Jahr 2025 legte die Energiepartnerschaft einen noch stärkeren Fokus auf die Sicherung der physischen kritischen Energieinfrastruktur sowie die Netzintegration, die Cybersicherheit und die Versorgungssicherheit.
  • Das Arbeitsprogramm 2026 wurde von beiden Ländern auf Ministerebene unterzeichnet und signalisiert damit eine weitere Vertiefung der bilateralen Zusammenarbeit.
Energiesicherheit
Dekarbonisierung
Außenwirtschaftsförderung
Main Text Kritische Energieinfrastruktur schützen: physische und digitale Resilienz

Die Energiepartnerschaft intensivierte ihre Bemühungen um den Schutz kritischer Infrastruktur und legte dabei den Fokus sowohl auf die Cybersicherheit als auch auf die physische Resilienz. Eine umfassende Studie verglich die Energiesektoren Deutschlands und Israels und ermittelte zentrale Erkenntnisse für die Stärkung der digitalen Sicherheit im Energiesektor. Im Rahmen der Cyberwoche in Tel Aviv beschäftigten sich führende Expert*innen für Cybersicherheit aus beiden Ländern gemeinsam mit der Bewältigung der wachsenden Herausforderung, Photovoltaikanlagen zu schützen. Im Jahr 2026 wird ein neuer Workstream Deutschland bei der Umsetzung der EU-Richtlinie über die Resilienz kritischer Einrichtungen in eine tragfähige nationale Politik unterstützen.

Intelligente und innovative Technologien für eine starke Partnerschaft

Die Integration erneuerbarer Energien bedeutet, die Stromnetze umzugestalten. Die Energiepartnerschaft hilft bei der Konzeption der diesbezüglichen Maßnahmen. Die Teilnehmenden der bislang größten israelischen Delegation, in der erstmals auch die Palästinensischen Gebiete vertreten waren, trafen sich in Berlin, Kassel und Dortmund mit ihren Kolleg*innen und sprachen in erster Linie über Microgrids und intelligente Stromnetze. Der Besuch gab den Anstoß zu einer neuen regionalen Zusammenarbeit bei Technologien zur Energiegewinnung aus Abfällen.
Auf multilateraler Ebene beteiligte sich die Energiepartnerschaft an der Organisation des Besuchs einer Start‑up-Delegation aus der Türkei, Jordanien und Israel beim SET Tech Festival 2025, bei dem fünf israelische Start‑ups ihre Innovationen vorstellten und an einem Workshop über den Eintritt in die deutschen und europäischen Märkte teilnahmen. Anschließend fand eine Mentoring-Veranstaltung für deutsche und israelische Energie-Start‑ups zu den Rechtsvorschriften über geistiges Eigentum und dessen Management statt.
Das Mentoringprogramm wurde gemeinsam mit der Weltorganisation für geistiges Eigentum (World Intellectual Property Organization, WIPO) organisiert.

Impulse auf Ministerebene: Brücken bauen für 2026

Die Energiepartnerschaft spielte zudem eine maßgebliche Rolle beim Antrittsbesuch von Ministerin Katherina Reiche in Israel, dessen Höhepunkt die gemeinsame Unterzeichnung des Arbeitsprogramms 2026 mit Israels Energieminister Eli Cohen war.  Hochrangige Treffen beim israelischen nationalen Cybersecurity Lab legten den Grundstein für eine vertiefte Zusammenarbeit. Unter anderem ist für 2026 eine multilaterale Übung zur Cybersicherheit unter Beteiligung Israels, der USA und anderer globaler Partner geplant.

Die Vorteile der Deutsch-Israelischen Energiepartnerschaft auf einen Blick

Sharon Hatzor, stellvertretende Generaldirektorin der Abteilung für Politikplanung und Strategie, und Dina Levant, Direktorin für Politik und auswärtige Angelegenheiten beim israelischen Ministerium für Energie und Infrastruktur, erläutern, wie die Deutsch-Israelische Energiepartnerschaft unterschiedliche Stakeholder zusammenführt, den Wissensaustausch erleichtert und dazu beiträgt, dass Lösungen für eine nachhaltige Energiezukunft gefunden werden. 

Auf einen Blick

1. Was haben die Partnerschaftsaktivitäten konkret bewirkt?

Das konkreteste Ergebnis der Aktivitäten der Energiepartnerschaft im Jahr 2025 ist die Einführung eines neuen Finanzierungsprogramms zur Förderung der industriellen Energieeffizienz in Israel. Dieses Programm ist mit einem Budget von 300 Millionen Schekel ausgestattet und wird Projekte unterstützen, die zur Senkung des Kraftstoffverbrauchs und zu einer effizienten Stromnutzung beitragen. Das Programm wurde nach dem Vorbild eines vergleichbaren Programms der Kreditanstalt für Wiederaufbau konzipiert. Politische Entscheidungsträger*innen Israels entwickelten das Konzept in enger Abstimmung mit ihren deutschen Kolleg*innen und nutzten dabei die Energiepartnerschaft als Koordinierungsplattform.

Die Einführung eines neuen Workstreams für den physischen Schutz kritischer Energieinfrastruktur stellte für die Energiepartnerschaft einen Höhepunkt des Jahres 2025 dar. Zum Thema Cybersicherheit organisierte sie eine breite Palette von Austausch- und Kooperationsformaten, darunter auch den Besuch einer hochrangigen Delegation in Israel.

Ein weiteres wichtiges Thema der Energiepartnerschaft war die Speicherung von Erdgas. Sie unterstützt Israel beim Bau seines ersten Erdgasspeichers, dem aufgrund der Anfälligkeit der israelischen Gasleitungsinfrastruktur vorrangige Bedeutung zukommt. Die Partnerschaft organisierte im Jahr 2025 Workshops zu diesem Thema und plant für Juni 2026 einen Expertenbesuch.

Vor dem Hintergrund des anhaltenden Interesses am Thema Netzmanagement im Allgemeinen sowie an Microgrids und Energieinseln im Besonderen reiste im September 2025 eine hochrangige Delegation nach Deutschland.

Es wurden keine größeren Herausforderungen festgestellt.

  • Im Jahr 2025 nahm die Energiepartnerschaft einen neuen Workstream für den physischen Schutz kritischer Energieinfrastruktur in ihr Portfolio auf. Aufgrund seiner praktischen Erfahrung verfügt Israel über umfassende Expertise zu diesem Thema. Der Transfer dieses Wissens nach Deutschland wird erheblich zur Verbesserung der deutschen Energiesicherheit beitragen.
  • Der Austausch über flexibles Netzmanagement unterstützte Israels Bemühungen zur Vorbereitung seines Stromnetzes auf einen höheren Anteil erneuerbarer Energien. Die Steigerung des Anteils erneuerbarer Energien im Stromnetz stellt aufgrund der mit ihnen verbundenen Schwankungen eine komplexe Aufgabe dar. Der Austausch im Rahmen des Workstreams Netzflexibilisierung trug in der Vergangenheit dazu bei, dass die Kapazität erneuerbarer Energien im israelischen Netz um 2,5 Gigawatt gesteigert werden konnte.
  • Ferner unterstützte die Energiepartnerschaft Israels Einbindung in die Initiative für den Wirtschaftskorridor Indien-Nahost-Europa (India-Middle-East-Europe Economic Corridor, IMEC) und andere Instrumente zur Vernetzung der israelischen und europäischen Strom- und Gasnetze sowie zur Förderung der Gasexporte in die Europäische Union und insbesondere nach Deutschland.
  • Die Energiepartnerschaft unterstützte Israel beim Bau seines ersten Erdgasspeichers. Damit trug sie unmittelbar zur Dekarbonisierung des Energiesystems des Landes bei, da Kohle und Öl als Backup für die Stromversorgung dienen, wenn Israel die Gasförderung einstellen muss. In diesem Fall würde das Gas in Israels Gasnetz nur für wenige Stunden reichen, sodass das Land auf andere Energiequellen, wie etwa Kohle, zurückgreifen müsste. Diese Aktivität betrifft auch andere Länder in der Region, die Gas aus Israel einführen.

Präsenzveranstaltungen:

  • Fachlicher Austausch über den physischen Schutz kritischer Infrastrukturen.
  • Teilnahme an einer multilateralen Übung zur Cybersicherheit innerhalb des Kooperationsrahmens der Allianz für die Cybersicherheit von Energiesystemen (Alliance for Cybersecurity in Energy Systems, ACES).
  • Israelische Delegation zum Thema Erdgasspeicherung.
  • Wissenschaftliche Konferenz zur Vorstellung der ersten Ergebnisse der Forschungszusammenarbeit zwischen dem israelischen Ministerium für Energie und Infrastruktur und dem Nationalen Forschungszentrum für angewandte Cybersicherheit (ATHENE).
  • Delegation zum Thema Netzflexibilität und Netzmanagement, einschließlich eines Workshops zur Energiegewinnung aus Abfällen.
  • Deutsche Delegation zum physischen Schutz kritischer Infrastrukturen.
  • Sunny Side Summit und deutsche Delegation zur Agri-Photovoltaik.
  • Workshop zur Cybersicherheit der E-Mobilität.
  • Teilnahme an der Eilat-Eilot Conference.
  • Workshop der WIPO beim SET Tech Festival.
 

Online-Veranstaltungen:

  • Workshop zu den Betriebsvorschriften für den Erdgastransport.
  • Zwei Workshops zur Gestaltung des Marktes.
  • Wissensaustausch über kohlenstoffarme Gase.
  • Zwei Workshops zur Meerwasserentsalzung.

Das Jahr in Bildern

Kontakt

Deutsch-Israelische Energiepartnerschaft
In vertrauensvoller, partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit dem
Ministry of Energy and Infrastructure

Weitere Partnerschaften in Mittlerer Osten und Nordafrika